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04.05.2012

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Standpunkt von Ines Wallrodt

Gerade erst haben die Dresdner ein paar Rechte gegen den Immobilienriesen Gagfah erstritten. Schon wird ihnen die nächste Unsicherheit zugemutet: Der Konzern will die rund 38 000 Wohnungen wieder loswerden, die er der Stadt vor fünf Jahren abgekauft hat. Der Finanzjongleur muss milliardenschwere Kredite ablösen und braucht dafür dringend Geld. So ungeliebt die Gagfah ist, so wenig besser dürfte ein anderer renditehungriger Vermieter sein. Denn das haben die vergangenen fünf Jahre bewiesen: Für die Menschen, die in den einst kommunalen Wohnungen leben, lohnt sich das Geschäft nicht. Mieten wurden erhöht, Investitionen gedrosselt, Umwandlungen in Eigentumswohnungen verknappten günstigen Wohnraum in der Stadt. Und auch die Hausmeister und Reinigungskräfte bekamen den Kostendruck eines privaten Vermieters zu spüren, der Wohnen nicht als Menschenrecht betrachtet, sondern für den Häuser ausschließlich Spekulationsobjekte sind.

Das alles passierte nicht überraschend. Viele hatten deshalb vor dem Verkauf öffentlichen Eigentums gewarnt, aber selbst Teile der damaligen PDS-Stadtratsfraktion erlagen den Verlockungen des schnellen Geldes. Die Finanznot der Gagfah bedeutet deshalb auch eine große Chance: Die Stadt könnte die Wohnungen zurückkaufen und so den Schaden wieder gutmachen. Das wird mit Sicherheit teuer. Aber die Investition rentiert sich auf längere Sicht. Für die Mieter vor Ort und für das Gemeinwesen.

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