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Von Anouk Meyer
05.05.2012

Schocks und Schönheit

Künstlerhaus Bethanien versucht mit »Berlin Status« Bestandsaufnahme der Hauptstadtkunst

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»150 Jahre« von Angelika Arendt

Gibt es in der Kunst einen Berliner Stil, eine »Berliner Schule«? Eher nicht, das bewies schon die als Leistungsschau verunglimpfte Ausstellung »based in Berlin« vergangenen Sommer. Das Künstlerhaus Bethanien versucht mit »Berlin Status (1)« trotzdem eine Bestandsaufnahme: Noch bis 6. Mai sind in den Räumen an der Kottbusser Straße mehr als 50 Werke von Künstlern zu sehen, die bereits seit längerem in der deutschen Hauptstadt leben und arbeiten.

Schon ein rascher Rundgang reicht, um festzustellen, dass es wenig Gemeinsamkeiten gibt. An den weiß getünchten Backsteinwänden hängt Klein- und Großformatiges, Abstraktes wie Gegenständliches, Malerei und Fotografie, dazwischen Installationen und Skulpturen wie der bronzene Wischmopp nebst Wasserlache von der 34-jährigen Stella Hamberg, die als eine der spannendsten Bildhauerinnen Deutschlands gilt. Oder Philip Topolovacs im ersten Raum zu besichtigende wabenförmige Bodenskulptur, zusammengesetzt aus Plastikabgüssen von Brandenburger Sandhaufen.

Mag der Titel der Schau auch eine Erwartungshaltung erzeugen, die in dieser an Galerien, Projekträumen und Künstlern überreichen Stadt kaum zu erfüllen ist - Entdeckenswertes bietet die Ausstellung durchaus. Die Kuratoren Christoph Tannert und Sven Drühl haben, ausgehend von einem ästhetischen Interesse, Künstler versammelt, die zwischen 1973 und 1980 geboren sind und ihren Lebensmittelpunkt schon länger in Berlin haben, die sich aber nicht über den Wohnort definieren, sondern an der Zuspitzung ihrer Ich-Perspektive arbeiten. Bekannte Namen sind darunter wie Ralf Ziervogel, dessen im präzisen Comicstil gezeichneten nackten, ringenden Männer im Gedächtnis bleiben. Oder Jorinde Voigt, deren zarte rote Klatschmohn-Betrachtungen ein Sinnbild der Schönheit darstellen wie auch die eleganten Muster von Ane Graff und Angelika Arendts ungeheuer filigrane Ornament-Wunder.

Diese Schönheit versöhnt ein wenig mit den verstörenden Arbeiten, etwa den drastischen Anti-Kolonialismus-Zeichnungen des Briten Andrew Gilbert, auf dessen Bildern vergewaltigt und gefoltert wird, oder dem rätselhaften, ins Unbewusste zielenden Video von Martin Skauen. Voll Witz steckt dagegen Feng Lus »Sushi Bar«, eine Art Wandobjekt in Form eines Brettes, auf dem sechs bunte Miniaturfrauen träumend, kauend, zeternd an einem Sushi-Tresen sitzen. Ganz verschiedene Strömungen und Stimmungen also fasst »Berlin Status (1)« zusammen - einen Besuch ist die Schau allemal wert.

Bis 6. Mai, Künstlerhaus Bethanien, Kottbusser Str. 10

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