05.05.2012

Peking macht Zusagen

Lösung im Fall Chen in Sicht

Im diplomatischen Ringen um den aus seinem Hausarrest geflohenen chinesischen Bürgerrechtler Chen Guangcheng bahnt sich eine Lösung an.

Peking (AFP/nd). China habe zugestimmt, Chen ohne Verzögerung Reisedokumente zu geben, erklärte US-Außenamtssprecherin Victoria Nuland am Freitag. Die USA wollen dem blinden Dissidenten und seiner Familie nach eigenen Angaben schnell ein Visum zur Einreise in die Vereinigten Staaten ausstellen.

Das chinesische Außenministerium hatte zuvor erklärt, Chen könne einen Antrag auf ein Studium im Ausland stellen. Nach Angaben seines Unterstützers Guo Yushan verfügt Chen über eine Einladung einer New Yorker Universität. Laut US-Außenministerium wollen die chinesischen Behörden Chens Antrag auf Reisepapiere genehmigen. Zudem erwarteten die USA eine angemessene medizinische Behandlung Chens, sagte Nuland.

US-Außenministerin Hillary Clinton zeigte sich »ermutigt« von der Erklärung des chinesischen Außenministeriums. »Es wurden Fortschritte erzielt, um ihm zu helfen, die Zukunft zu haben, die er sich wünscht«, sagte Clinton zum Abschluss eines Besuchs in Peking. Chen befindet sich in einer Pekinger Klinik. Der Agentur AFP sagte er am Freitag, er sehe sich in »großer Gefahr« und befinde sich »in einer kritischen Situation«. Die Behörden ließen keine US-Beamten zu ihm, zudem habe seine Frau die Klinik verlassen und werde verfolgt und gefilmt.

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