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Von Karin Leukefeld, Damaskus
07.05.2012

Mission mit Marktszenen

nd-Reporterin bei den UN-Beobachtern in Damaskus

Ein Team der UN-Beobachter untersuchte am Wochenende in Douma, einer Vorstadt von Damaskus, nächtliche Angriffe auf Kontrollpunkte des Militärs. Die nd-Reporterin war dabei.
Douma-Vorstadt von Damaskus: Ein gutes Bild abzugeben ist nicht
Douma-Vorstadt von Damaskus: Ein gutes Bild abzugeben ist nicht das Unwichtigste für die UN-Beobachter in Syrien.

Die Bestätigung kommt um 9.30 Uhr: »Die Mission startet um 10.00 Uhr.« Noch am Abend vorher hatte es geheißen: »Keine Mission von Damaskus«. Nach Schusswechseln in Douma in der Nacht zum Sonnabend, zwei Explosionen am frühen Morgen in der Thawra-Straße in Damaskus und einer weiteren Explosion in Jdeideh Artus, einer der vielen Vorstädte, haben es sich die Beobachter der Vereinten Nationen offenbar anders überlegt.

Der kurzfristig benachrichtigte Fahrer schafft es, mich um 9.50 Uhr im Hotel einzuladen. Zehn Minuten später kommt der Wagen vor dem Zugangstor des UN-Hilfwerks UNRWA zum Stehen und reiht sich ein in rund ein Dutzend Fahrzeuge, die dort bereits warten. Ein Pulk von Reportern aus aller Welt harrt vor dem Zugangstor aus: Japaner, Russen, ein ZDF-Team aus Deutschland, die Medienagentur McClutchy, das syrische Fernsehen, die Reporterin der »Irish Times«, Fotografen verschiedener Agenturen stehen sich die Beine in den Bauch.

Kurz nach 10.30 Uhr tauchen zwei UN-Fahrzeuge hinter dem Tor auf, das sich langsam öffnet. Der Journalistenpulk umringt das Führungsfahrzeug mit dem marokkanischen Oberst Ahmed Himmiche, der die Mission führt. Keine Auskunft kommt über seine Lippen, als die Reporter fragen, wohin die Mission geht. Ein freundliches Lächeln und ein knappes »Sie können uns gern folgen«, bevor der Wagen sich langsam durch die Menge schiebt. Die Reporter sprinten zu ihren Fahrzeugen, die Jagd beginnt.

Das ist die Stunde der Fahrer, die alle versuchen, für ihre Reporter so nahe wie möglich an die UN-Fahrzeuge zu kommen. In Zweier- und Dreierreihen folgen sie den Beobachtern über die (südliche) Umgehungsautobahn und liefern sich beim Kampf um den besten Platz für die Kameras und Fotografen ein hartes Rennen. Pkws, Busse, ein Lieferwagen, der bis unter die Plane mit Knoblauchbündeln beladen ist, müssen der Meute ausweichen. Die UN-Fahrzeuge gleiten derweil zügig auf der äußersten Überholspur voran, bis der Tross schließlich nach Douma abbiegt.

Im Laufe einer Stunde kommt es zu mehreren Begegnungen mit Ladenbesitzern, mit Soldaten und Offizieren, die von den Angriffen auf ihre Kontrollpunkte in der vorherigen Nacht und den letzten Tagen berichten.

Drei Panzerwagen sind zu sehen, die unter Planen und hinter aufgetürmten Sandbergen verborgen sind, »schwere Waffen«, die nach dem Sechs-Punkte-Plan von Kofi Annan aus den Städten abgezogen werden sollen. Es handele sich um Transporter, nicht um Gefechtspanzer, weiß ein militärerfahrener Reporter zu berichten. »Wir haben hier nur unsere Gewehre«, antwortet schüchtern ein junger Soldat auf die Frage eines anderen Kollegen.

Im Zentrum von Douma sind die Marktstände gut gefüllt mit Obst und Gemüse. Verschleierte Frauen tragen prall gefüllte Einkaufstaschen nach Hause, Douma ist eine der konservativsten Vorstädte von Damaskus.

Am letzten Halt verabschiedet sich der Leiter dieser Mission, Oberst Himmiche, mit Handschlag von den Soldaten am Kontrollpunkt. Den Reportern, die ihn bedrängen, eine Stellungnahme abzugeben, sagt er freundlich: »Die Mission für heute ist zu Ende.«

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