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12.05.2012

Altkanzlers Liebling

Kommentar von Christian Klemm

Wir erinnern uns: Altkanzler Helmut Schmidt sprach sich für ihn als Kanzlerkandidaten aus. Jetzt macht es ihm ein anderer altgedienter Staatsmann nach und erklärte, auch er halte Peer Steinbrück für den richtigen SPD-Herausforderer von Angela Merkel. Wenn das keine Empfehlung ist. Warum aber legt sich Gerhard Schröder für den einstigen NRW-Landesvater so ins Zeug? Die Antwort ist simpel: Schröder kann davon ausgehen, dass Steinbrück an seine »Agenda 2010« anknüpft. Bis Schröder hat sich offenbar nicht rumgesprochen, dass mit seiner Politik der größte Sozialkahlschlag der bundesdeutschen Geschichte verbunden ist. Schröder, der unverbesserliche Genosse der Bosse.

Neben Steinbrück sind Parteichef Sigmar Gabriel und der Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Frank-Walter Steinmeier, im Kandidatenrennen. Beide kommen aus Niedersachsen. Steinmeier scheint zur Zeit ein ganzes Stück zurückzuliegen; Steinbrück und Gabriel machen die Sache wohl unter sich aus. Dabei stehen beide für zwei Machtoptionen nach der Bundestagswahl im nächsten Jahr: Steinbrück als Parteirechter wird selbst von führenden CDU-Granden geachtet und für seine Politik in seiner Zeit als Finanzminister gelobt. Er würde sich einer Großen Koalition nicht verschließen. Dagegen ist Gabriel stark mit einem rot-grünen Regierungsprojekt verbunden und erlaubt sich sachte Kritik an der Agenda. Gabriel als Kanzler, Jürgen Trittin von Bündnis 90/ Die Grünen als Wirtschaftsminister - das könnte passen. Das alles weiß auch Schröder. Deshalb heißt sein Motto: Der nächste Kanzler darf kein Niedersachse sein!

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