16.05.2012

Jakarta verbietet Lady Gaga

Ordnungshüter sehen Verstoß gegen Kultur

Nach Protesten von Islamisten hat Indonesiens Polizei ein Konzert von US-Star Lady Gaga (26) im Juni verboten. Es habe Einwände mehrerer Gruppierungen gegeben, sagte Polizeisprecher Boy Rafli Amar am Dienstag. Nach Meinung der Ordnungshüter verstoßen die Auftritte der exzentrischen Sängerin gegen die indonesische Kultur.

Vor allem die radikale Organisation Islamische Verteidigerfront (FPI) mit ihren tausenden Mitgliedern hatte gegen das Konzert mobil gemacht. Lady Gaga fördere die Satansanbetung und die Homosexualität, erklärte die Gruppe. »Wenn Lady Gaga doch ein Konzert in Indonesien gibt, werde ich Muslime in Jakarta mobilisieren, es zu verhindern«, sagte FPI-Chef Rizieq Syihab lokalen Medien. Die Gruppe hatte damit gedroht, das Konzert zu stören.

In der FPI sind halbkriminelle Gangs vereinigt, die vorgeben, Moral und Anstand hochzuhalten. Immer wieder überfallen sie Bars und stören Popkonzerte. Oft geht es um Schutzgelderpressung. Die muslimischen Aktivisten haben auch den Bau von christlichen Gotteshäusern verhindert.

Ob der Lady-Gaga-Auftritt nach der Entscheidung der Polizei definitiv abgesagt ist, war zunächst unklar. Der Konzertveranstalter habe noch kein offizielles Schreiben von der Polizei erhalten. »Wir können uns nicht weiter äußern«, wurde er auf dem Nachrichtenportal »Detik.com« zitiert. Auf ihrer Internetseite warben die Organisatoren zunächst weiter für das Konzert. Die Sängerin sollte am 3. Juni im Gelora-Bung-Karno-Stadion in der Hauptstadt Jakarta auftreten. Über 30 000 Eintrittskarten seien bislang verkauft worden, berichteten örtliche Medien.

Lady Gagas »kleine Monster« - wie sie ihre Fans auch nennt - waren jedenfalls verärgert. »Wenn es stimmt, dass das Konzert abgesagt worden ist, dann ist Indonesien weder eine Demokratie noch ein Rechtsstaat«, schimpfte ein enttäuschter Fan auf Twitter. Das Konzert in Jakarta wäre Lady Gagas erstes in Indonesien, hieß es in den Berichten. dpa

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