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16.05.2012
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Felicitas Hoppe - Die 51-jährige Autorin erhält den Büchner-Preis.

Journalisten haben sie gleich nach der Verwendung des Preisgelds gefragt. Felicitas Hoppe hielt nicht hinterm Berg mit ihrem Traum: eine Villa am Genfer See. Dafür reichen die 50 000 Euro nicht, die ihr am 27. Oktober zusammen mit der Urkunde in Darmstadt überantwortet werden. Doch welche Ehre! »Absolut überrascht und überwältigt« habe sie die Nachricht. Eine selbstbewusste Frau, die mit beiden Beinen im Literaturbetrieb steht - seit sie um 1990 zu schreiben begann, hat sie eigentlich fast jedes Jahr einen Preis, ein Gaststipendium oder eine Poetikdozentur erhalten. Das war hilfreich zum Lebensunterhalt, verlangte aber auch Tatkraft, wenn damit die Verpflichtung zum Ortswechsel verbunden war. Der Büchner-Preis jedoch ist der renommierteste in Deutschland, man wird sozusagen in eine »höhere Klasse« gehoben. - Felicitas Hoppe wird sich der Verpflichtung stellen.

Den »Aspekte-Literaturpreis« bekam sie bereits 1996 für ihren Band »Picknick der Friseure«. Auch über folgende Werke wie die Romane »Pigafetta« (1999), »Paradiese. Übersee« (2003), »Johanna« (2006) u. a. waren Rezensenten des Lobes voll. Die Rede war von augenzwinkerndem Witz, von poetischem Zauber, einem kapriziösen Ton. Man nannte ihren Stil präzise und lakonisch und dann auch wieder surrealistisch. Diese Autorin ist etwas Besonderes in der deutschen Literatur - sie kann sachlich-nüchtern wirken und doch können ihre Texte in vielen Farben schillern.

Dass sie »virtuos die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion, Selbsterkenntnis und Rollenspiel« unterlaufe, lobte die Darmstädter Jury. Hatte dabei wohl auch das jüngste Buch, »Hoppe«, im Auge - eine Art Traumbiografie. Die Autorin erzählt von der Person, die sie sein könnte. Ein Spiel mit Identitäten und wohl auch ein ernsthaftes Ergründen dessen, was in ihr an Möglichkeiten steckt.

»Du stellst meine Füße auf weiten Raum« - Felicitas Hoppes Poetik bedenkend, fällt mir Psalm 31,9 ein. Sie dürfte es, in katholischer Gedankenwelt aufgewachsen und »ursächlich Werte« in sich tragend, nicht seltsam finden. Freiheit im Vertrauen ist etwas ganz Großes. Irmtraud Gutschke

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