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Von Matthias Koch
16.05.2012

Ein skandalöser Abgang

Hertha BSC spielt 2:2 bei Fortuna Düsseldorf und steigt ab

Teilnehmerfeld für die Bundesligasaison 2012/13 ist seit Dienstagabend perfekt. Fortuna Düsseldorf hat sich in den Relegationsspielen gegen Hertha BSC durchgesetzt. Nach dem 2:1-Erfolg der Rheinländer in Berlin reichte der Fortuna am Dienstagabend ein 2:2-(1:1)-Unentschieden, um nach 15 Jahren wieder ins Oberhaus zu klettern. »Sportliche Gratulation an Fortuna Düsseldorf. Für uns ist der Abend eine große Enttäuschung. Leider mussten wir wieder in Unterzahl spielen. Es war ein völlig unnötiger Platzverweis für Änis Ben-Hatira«, sagte Otto Rehhagel nach seinem letzten Spiel als Trainer von Hertha BSC. »Die Begleitumstände des Spiels waren eine Katastrophe. Ich habe so etwas noch nicht erlebt.«

Die Partie vor 51.000 Zuschauern in der ausverkauften Esprit Arena wird allen Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur wegen der Spannung, sondern auch wegen der skandalösen Umstände, für die unter den Augen von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach die Anhänger beider Vereine zuständig waren.

Die erste Hälfte verlief noch relativ normal. Düsseldorf ging bereits nach wenigen Sekunden durch einen Gewaltschuss von Maximilian Beister in Führung. Doch Hertha kam mit dem 1:1-Ausgleich durch den lange sehr agilen Änis Ben-Hatira nach 23 Minuten zurück ins Rennen. Mit einem weiteren Treffer hätte Hertha die Verlängerung erreicht.

Doch dazu sollte es nicht mehr kommen. Erst leistete Hertha-Torschütze Änis Ben-Hatira seiner Elf einen Bärendienst, indem er als bereits verwarnter Akteur mit gestrecktem Bein in die Beine von Adam Bodzek sprang und folgerichtig nach 54 Minuten die Gelb-Rote Karte sah.

Der eingewechselte Ranisav Jovanovic nutzte die Überzahl schnell aus. Er brachte die Düsseldorfer nach 59 Minuten mit dem Treffer zum 2:1 auf die Siegerstraße. Danach stand die Begegnung mehrfach vor einem Spielabbruch. Erst zündeten »Fans« von Hertha und Düsseldorf minutenlang Feuerwerkskörper. Die Gästefans feuerten Raketen auf den Platz, die teilweise von den Hertha-Spielern vom Rasen geräumt wurden. Schließlich lief ihnen ja die Zeit weg. Die Polizei sicherte danach bis zum Ende im Innenraum den Bereich vor der Kurve der 5000 mitgereisten Berliner.

Fünf Minuten vor dem Ende schaffte Hertha immerhin noch den 2:2-Ausgleich. Mit einem weiteren Tor hätte Hertha die 1. Bundesliga doch noch gehalten. Zwei Minuten vor Ende der siebenminütigen Nachspielzeit war aber kein Fußballspielen mehr möglich. Freudetrunkene Fortuna-Fans stürmten den Platz. Die Hertha-Spieler rannten vom Rasen.

Doch der Jubel der Düsseldorfer kam zu früh. Schiedsrichter Wolfgang Stark wollte noch die 120 Sekunden nachspielen lassen. Es dauerte aber rund 20 Minuten bis der Rasen wieder frei und die Hertha-Kicker auf den Platz zurückkehrten. Nach nicht ganz zwei Minuten Nachspielzeit durften die Düsseldorfer dann endgültig jubeln. »Die wichtigste Erkenntnis ist, dass wir nicht mehr aufsteigen können. Ich kann das Wort Aufstieg nicht mehr hören«, sagte Fortuna-Trainer Norbert Meier. »Ich war froh, dass Herr Stark nicht die Übersicht verloren hat. Kompliment an ihn.«

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