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19.05.2012
Fragwürdig

Effizienz statt Wachstum?

Hermann E. Ott (51) ist Bundestagsabgeordneter der Grünen

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nd: Herr Ott, vor einigen Tagen hat die von Ihnen geleitete Projektgruppe der Wachstums-Enquete-Kommission des Bundestags ihren Zwischenbericht vorgestellt. Ihre Aufgabe ist es herauszufinden, ob sich Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch voneinander koppeln lassen. Herr Ott, ein Bruttoinlandsprodukt mit verheißungsvoll steigenden Wachstumsraten bei gleichzeitiger drastischer Senkung des Ressourcenverbrauchs - geht das?
Ott: Ja, prinzipiell ist das möglich. Allerdings nicht auf die Art und Weise, wie wir das bisher gemacht haben. Eine der wesentlichen Erkenntnisse unserer Projektgruppe ist, dass wir das über rein technologische Lösungen nicht hinbekommen.

Geben Sie uns ein Beispiel?
Das griffigste Beispiel hierfür ist der durchschnittliche Flottenverbrauch von Autos. Zwar ist die Technologie hier ungeheuer vorangeschritten und steht in keinem Vergleich mehr zu den Dinosauriern, die noch vor 40 Jahren auf den Straßen fuhren. Der Durchschnittsverbrauch aber ist trotz enormer Effizienzfortschritte kaum gesunken.

Wie lässt sich das erklären?
Die Autos sind nicht nur effizienter, sondern auch schneller, stärker, bequemer und schwerer geworden. Das frisst die Einsparungen wieder auf. Diesen Effekt hat der Ökonom und Philosoph William Stanley Jevons schon 1865 beschrieben: Das Jevons-Paradox besagt, dass eine erhöhte Effizienz bei gleichbleibenden Preisen nicht zu sinkendem Verbrauch führt.

Das Paradox wird heute heute unter dem Begriff Rebound-Effekt diskutiert. Wie kann die Politik gegen dieses Phänomen vorgehen?
Wie gesagt, technologische Maßnahmen allein reichen niemals aus. Sie müssen von politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Maßnahmen flankiert werden. Die effektivste Maßnahme sind Obergrenzen. Das heißt, entweder darf nur eine bestimmte Menge an Ressourcen verbraucht werden oder die Produktion von Abfallstoffen darf eine vorgegebene Menge pro Einheit eines Produkts nicht überschreiten.

Welche Möglichkeiten gibt es noch?
Man kann auch über die Gestaltung der Preise gehen. Die Auflösung des Jevons-Paradox geht so: Wenn man die Preise in gleichem Maße erhöht, wie die Effizienz steigt, hat man dieselben Ausgaben wie zuvor und gerät nicht in Versuchung, das, was man gespart hat, wieder rauszufeuern. Etwa könnte man eine Ökosteuer parallel zu den Effizienzsteigerungen ansteigen lassen. Eine dritte sehr wirksame Maßnahme wäre die Streichung von Subventionen umwelt- und klimaschädlicher Aktivitäten. Laut Umweltbundesamt belaufen sich die direkten und indirekten Subventionen in Deutschland auf 48 Milliarden Euro pro Jahr.

Der Endbericht Ihrer Projektgruppe wird im September erscheinen. Stehen alle Mitglieder hinter diesen Vorschlägen?
Wir werden wahrscheinlich keine Einigkeit darüber erlangen, welche konkreten Maßnahmen die Politik zum Schutz einer bestimmten Ressource ergreifen soll. Unser Endbericht wird aber auf jeden Fall eine Art »Instrumentenkasten« enthalten, der Auskunft darüber gibt, was sich in der Praxis gut bewährt hat und welche Maßnahme wie ausgestaltet werden kann.

Fragen: Eva Mahnke

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