29.05.2012

Licht an, Licht aus

Kommentar von Jörg Meyer

Das modernste Solarkraftwerk der Welt steht im spanischen Almeria. Dort verfügt man mit dem 2008 in den USA entwickelten Flüssigsalzspeicher schon seit einigen Jahren über eine Technologie, mit der die Solarenergie gespeichert und auch nachts abgegeben werden kann. In Deutschland indes war am sonnenreichen Pfingstwochenende der Jubel groß: 20 000 Megawatt haben die hiesigen Anlagen produziert, so viel wie 20 AKW: Europarekord! Aber das gelte hierzulande nur für den Tag. In der Nacht brauche es nach dem Atomausstieg dringend Kohle- und Gaskraftwerke, damit in Deutschland nicht die Lichter ausgehen, hieß es am Montag in Teilen der Koalition.

Eine Produktion, die über den Bedarf hinausgeht, eine Technologie, die auch in dunklen Zeiten für Licht sorgen kann, aber trotzdem zweifeln Politiker an der schnellen Machbarkeit der Energiewende und der Strom wird immer teurer. Dabei sind sie selbst es doch, die es ein Jahr lang nicht geschafft haben, ein schlüssiges Konzept vorzulegen. Wo liegt denn eigentlich das Problem, fragt sich der geneigte Beobachter. Ach ja, Atom weg, Kohle weg, Gas weg, den vier großen hierzulande tätigen privaten Energiekonzernen droht mit dem Umbau auf erneuerbare Energien der Profit wegzubrechen. Liegt der Fehler etwa wieder einmal im System?

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