30.05.2012

Wieder Tränen nach Erdbeben in Italien

Bei neuen Erdstößen im Norden des Landes sterben mindestens 15 Menschen

Tote, Trümmer und Schrecken: In Norditalien hat erneut ein heftiges Erdbeben mehrere Menschen in den Tod gerissen und Gebäude zum Einsturz gebracht.

Bei einem weiteren Erdbeben in Norditalien wurden nach Angaben der Behörden am Dienstag bis zum Mittag mindestens 15 Tote gemeldet. Die Zahl der Verletzten war zunächst nicht bekannt. Die Erdstöße hatten eine Stärke von 5,8 und ihr Epizentrum war in derselben Gegend von Modena, die bereits vor gut einer Woche von einem starken Beben heimgesucht worden war. Gegen Mittag folgten weitere starke Erdstöße der Stärke 5,6.

Erst am 20. Mai hatte ein Beben ähnlicher Stärke Norditalien erschüttert. Die Erdstöße am Dienstag seien sogar bis nach Venedig und Mailand zu spüren gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Auch in Parma, Bologna und Florenz schreckte das Beben die Menschen auf. Die Erdstöße begannen gegen 9 Uhr und dauerten mehrere Sekunden an. Danach folgte eine Serie von Nachbeben, eines davon erreichte fast die Stärke des ersten Bebens.

Unter den Toten waren auch mehrere Arbeiter in den Ortschaften San Felice sul Panaro und Mirandola, die beim Einsturz von zwei Fabrikgebäuden ums Leben kamen. In der Stadt Carpi bei Modena brach der Dom teilweise in sich zusammen. Dabei soll ein Geistlicher von Trümmern erschlagen worden sein.

Bei den eingestürzten Gebäuden handelte es sich überwiegend um Bauwerke, die bereits beim Beben vor gut einer Woche beschädigt worden waren. In Mailand wurden vorsorglich mehrere Verwaltungsgebäude und Schulen geräumt. In der Stadt wurden aber nach Angaben der Behörden keine Schäden gemeldet.

»Letzte Nacht war die erste, die wir seit dem ersten Erdbeben wieder zu Hause verbracht haben. Und dann kam das nächste Beben«, sagte ein Bewohner der Stadt Sant'Agostino. »Alles wackelt, wir sind auf die Straße gerannt. Die Wege waren mit Leuten verstopft, die aus Angst vor einem Nachbeben aus dem Stadtzentrum geflohen sind«, berichtete eine Reporterin des »Corriere della Sera« aus der Kleinstadt Cento.

In Schrecken versetzt wurde auch die italienische Fußballnationalmannschaft, die sich in Parma auf die EM vorbereitet. Ein geplantes Testspiel in Parma gegen Luxemburg wurde abgesagt.

Staatspräsident Giorgio Napoletano versuchte, den Menschen Mut zu machen: »Die Region Emilia-Romagna und ganz Italien werden diese schweren Momente überwinden.«. Ministerpräsident Mario Monti versicherte: »Der Staat wird alles daran setzen, die Schäden sobald wie möglich zu beheben.« AFP/dpa

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