04.06.2012
Meine Sicht

Senat lässt Radler im Stich

Martin Kröger findet die Fahrradsternfahrt nötig

Die ganz großen Massen blieben zwar aus. Dennoch war die Fahrradsternfahrt des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) in Berlin auch in diesem Jahr wieder eine eindrucksvolle Manifestation. Schließlich kamen zu der weltweit größten Fahrraddemonstration trotz schlechten Wetters fast 150 000 Teilnehmer.

Was auch bitter nötig ist, denn die Forderung nach besseren Radverkehrsbedingungen ist weitgehend unerfüllt. Da genügt ein Blick auf die sich in desolatem Zustand befindenden Fahrradwege in der Stadt: Was die Infrastruktur angeht, vernachlässigt der Senat die Radler eklatant. Und dies, obwohl der Anteil von Fahrrädern am Verkehr in Berlin inzwischen bei rund 15 Prozent liegt. Eine Steigerung, die sowohl der Umweltfreundlichkeit dient als auch die Gesundheit fördert - und auch immer politisch gewünscht war.

Wer den Trend zum Rad weiter fördern und die Wege sicherer machen will, der muss mehr Geld investieren. Von Rot-Schwarz sollte man diesbezüglich allerdings nicht allzu viel erwarten: Nur mit Mühe konnten jüngst Kürzungen für die Sanierung der Radwege rückgängig gemacht werden. Auch eine neue Radverkehrsstrategie lässt auf sich warten. Und der Posten des Fahrradbeauftragten ist weiter verweist.