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09.06.2012

Scharia-Anhänger mit schwerem Geschütz

Libyen: Bombenanschlag auf US-Vertretung in Bengasi / Ruf nach Einführung islamischen Rechts

Während rund 70 000 Menschen seit dem Krieg in Libyen innerhalb des Krisenlandes als Vertriebene in verzweifelter Lage sind, sorgen extremistische Kräfte für neue Eskalation.

Tripolis (AFP/nd). Auf die diplomatische Vertretung der USA im libyschen Bengasi ist ein Bombenanschlag verübt worden. Ein Mitarbeiter der Vertretung sagte, lediglich das Tor sei beschädigt worden, Menschen seien nicht zu Schaden gekommen. Nach Angaben eines Sicherheitsverantwortlichen in der Stadt bekannte sich eine Unterstützergruppe eines in den USA inhaftierten Islamistenführers zu dem Anschlag. Auf Flugblättern am Anschlagsort drohte sie demnach »amerikanischen Interessen« in Libyen.

Der stellvertretende libysche Innenminister Unis al-Scharef schloss nicht aus, dass der Anschlag eine Vergeltung für die von Washington kurz zuvor bekannt gegebene Tötung der Nummer zwei von Al Qaida, des Libyers Abu Jahja al-Libi, war. Die Unterstützergruppe des in den USA inhaftierten Scheich Omar Abdel Rahman, die sich zu der Tat bekannte, soll Ende Mai bereits einen Raketenangriff auf das Gebäude des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz in Bengasi verübt haben. Sie ist nach dem 73-jährigen blinden Ägypter benannt, der 1995 als Hintermann des Anschlags auf das New Yorker World Trade Center 1993 sowie wegen eines geplanten Anschlags auf Ägyptens Präsident Husni Mubarak zu lebenslanger Haft verurteilt worden war.

Unterdessen demonstrierten ebenfalls in Bengasi Hunderte schwer bewaffnete Libyer, die einer Gruppe »Pro Scharia« angehörten. Vor dem Gerichtsgebäude der Stadt forderten sie die Einführung dieses strikt islamisch-religiösen Rechtssystems, das beispielsweise in Saudi-Arabien gilt

2 Kommentare

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  • Rainererich / 09. Jun 2012 08:07

    Es kommt, wie es kommen mußte!

    Scheint so, als hätte man den Teufel mit dem Belzebub`ausgetrieben. Die im Westen so vehement forcierte "Revolution" gegen Gadhafi entpuppt sich als das, was sie von Anfang an war: ein Putsch der Islamisten gegen die gestürzte Regierung mit Hilfe des Westens und der arabischen Fundamentalisten in Riad und Umgebung, die hierbei ihre ökonomischen und religiösen Interessen im Blick hatten. Ob man sich damit perspektivisch einen Gefallen getan hat; darf stark bezweifelt werden. Neues Spielfeld der Möchtegern-Strategen in Washington, Brüssel und Riad ist Syrien. Dort, mit dem gleichen Ziel und dem gleichen Vorgehen. Keine Lüge ist zu groß und kein Propagandatrick zu profan, um ihn zum Zwecke der Durchsetzung der eigenen Ziele nicht einzusetzen. Die UNO mit ihrem Statthalter in us-amerikanischem Auftrage Moon spielt in diesem Zusammenhang leider eine parteipolitische Rolle.

  • Rainererich / 09. Jun 2012 08:07

    Es kommt, wie es kommen mußte!

    Scheint so, als hätte man den Teufel mit dem Belzebub`ausgetrieben. Die im Westen so vehement forcierte "Revolution" gegen Gadhafi entpuppt sich als das, was sie von Anfang an war: ein Putsch der Islamisten gegen die gestürzte Regierung mit Hilfe des Westens und der arabischen Fundamentalisten in Riad und Umgebung, die hierbei ihre ökonomischen und religiösen Interessen im Blick hatten. Ob man sich damit perspektivisch einen Gefallen getan hat; darf stark bezweifelt werden. Neues Spielfeld der Möchtegern-Strategen in Washington, Brüssel und Riad ist Syrien. Dort, mit dem gleichen Ziel und dem gleichen Vorgehen. Keine Lüge ist zu groß und kein Propagandatrick zu profan, um ihn zum Zwecke der Durchsetzung der eigenen Ziele nicht einzusetzen. Die UNO mit ihrem Statthalter in us-amerikanischem Auftrage Moon spielt in diesem Zusammenhang leider eine parteipolitische Rolle.

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