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12.06.2012

Das Ding

Flattersatz von Matthias Wedel

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Die Sache »fliegt auf« - logisch, bei einem fliegenden Teppich. Niebel ist »der Teppich-Überflieger«, hat eine »Bruch-«, bzw. »Bauchlandung« hingelegt, geht mit seinem Bettvorleger verbal voll auf die Klötzer, um mit dem handgeknüpften Fluggerät nicht zu hart zu landen. Dabei ist der Teppich nur »die Spitze des Eisbergs«, der »Pik Niebel«, sozusagen: Oder ist er »der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt«, bzw. »der Krug, der solange zum Brunnen geht, bis er bricht«? Jedenfalls ist er der Teppich, unter den Niebel die Sache mit seinem Teppich gern kehren würde! Bei künftigen Dienstgeschäften wird er sich hinsichtlich privater Versorgung mit folkloristischen Erzeugnissen sicherlich »bedeckt halten«- den Teppich, mit dem er das machen kann, hat er ja schon. Dass die Sache mit dem Teppich jetzt publik wurde, ist ohnehin nur »ein Tropfen auf den heißen Stein«, in dem »Teppich-Sumpf« an Vorteilsnahme und Privilegien, in dem die deutsche Politik versinkt. Niebel indes wünscht man, er möge künftig schön auf dem Teppich bleiben - er hat ja nun einen.

Damit wären alle Sprachspielereien absolviert und das Feuilleton kann sich an neuen Herausforderungen erproben. Ohne so einen Teppich und ohne all die anderen Affären wäre es längst sprachlich verdorrt, wie ein afghanisches Mohnfeld in brennender Sonne, das ja traditionell auch wenig spricht.

Darf ich mal prinzipiell werden? In Afghanistan wütet ein Krieg, der - angefangen mit dem Afghanistankrieg der Sowjetunion - ins vierte Jahrzehnt geht und an dem Deutschland länger beteiligt ist, als Hitler je Krieg geführt hat. Wir sehen kollateralmäßig abgeschlachtete Kinder, zerstörte Dörfer. Sachsen ist das Bundesland, das die meisten in Afghanistan gefallenen, verwundeten, traumatisierten Bundeswehrsoldaten zu beklagen hat (die Kommandeure sind, wie sich´s gehört, Westdeutsche und ab und zu befiehlt mal einer von ihnen, Zivilisten beim Benzinklau zu bombardieren und wird anschließend befördert). Dahin - nicht an den Balaton, nicht ans Schwarze Meer - reiste der deutsche Entwicklungshilfeminister mit dem Vorhaben, sich einen Teppich zuzulegen, »für sein Esszimmer« (Hartz-IV-Empfänger, frage deinen Fallmanager, ob du ein »Esszimmer« haben darfst). Der Teppich soll, während gegessen wird, von der Fingerfertigkeit eingeborener Teppichknüpfer, aber auch von der weltumspannenden Mission des Hausherrn erzählen. »Seht ihr diesen Teppich hier«, würde Dirk Niebel seinen Enkeln sagen,»den hab ich aus dem Krieg nach Hause gebracht!«.

Niebels Denken war schon vor Antritt der Reise vom Vorhaben des Teppicherwerbs vollständig besetzt: Er hatte bereits den Raum vermessen, mit seiner Frau, dem Teppich-Luder, die Farbe besprochen. Er sagte sich: »Wenn schon da unten unsere Jungens fallen, muss es doch zu etwas gut sein, oder?« Werde ich einfach auf einen Basar gehen dürfen, fragte er sich bang. In Kabul beriet er sich mit Beamten der Botschaft, ließ sich einen Händler empfehlen, dessen Geschäftsgebaren ihn im überempfindlichen Deutschland nicht in Verdacht geraten lassen würde, von Kinderarbeit zu profitieren, zog mit seinen Personenschützern los, feilschte ein bisschen und hatte am Ende, weil er das afghanische Teppichknüpferhandwerk gestärkt hat, dem Weltfrieden einen großen Dienst erwiesen. Dass er seinen Fahrer anwies, das Ding aus der Geheimdienstmaschine am Zoll vorbeizutragen - geschenkt!

Wenn man sich nicht sicher wäre, mit diesem Land nicht mehr zu tun zu haben, als dass man eben zufällig hier wohnt - man müsste kotzen.

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