15.06.2012

Große Worte in Kabul

Internationales Treffen für Ausbau der regionalen Zusammenarbeit

Afghanistan soll nach dem Abzug der ausländischen Kampftruppen laut offiziellen Aussagen auch auf die Hilfe seiner Nachbarn bauen können.

Kabul (dpa/nd). Bei einer Konferenz in Kabul einigten sich die wichtigsten Kräfte der Region - so Pakistan und Iran - am Donnerstag auf eine Reihe von vertrauensbildenden Maßnahmen. Dazu gehört unter anderem eine bessere Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von Drogenhandel und Terrorismus. Konkrete Beschlüsse gab es allerdings nicht.

An der Konferenz nahmen Vertreter aus 30 Ländern und von mehreren internationalen Organisationen teil, darunter der russische Außenminister Sergej Lawrow. Afghanistans Präsident Hamid Karsai trat auf, um für engere Kooperation zu werben. Dies könne der gesamten Region Stabilität, Frieden und wirtschaftlichen Fortschritt bringen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte auf dem Treffen: »Man merkt, dass Afghanistan vorankommt - bei allen Rückschlägen, die es noch gibt.« Nur gemeinsam mit den Nachbarn könne das Land eine »friedliche Zukunft« haben. Zugleich bekräftigte er den Plan, zusammen mit den anderen ausländischen Kampftruppen bis Ende 2014 auch die Einsatzkräfte der Bundeswehr abzuziehen. Derzeit sind noch etwa 4700 deutsche Soldaten am Hindukusch. Die Konferenz markierte sieben Bereiche, in denen es vertrauensbildende Maßnahmen geben soll. Dazu gehören Katastrophenschutz, Aufbau von regionalen Handelskammern, bessere Infrastruktur, Bildungsfragen und Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen. Deutschland soll beim Aufbau von regionalen Wirtschaftsstrukturen mitwirken.

Das Treffen schloss an eine Konferenz in Istanbul im November an, bei der Afghanistan erstmals mit allen Nachbarn sowie Regionalmächten wie Russland, China und Indien über eine engere Zusammenarbeit diskutiert hatte.

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