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16.06.2012
Abseits

Im Verkehr mit Menschen

Jirka Grahl / Der nd-Sportchef berichtet von der EM aus Polen und der Ukraine.

Das Wichtigste im Verkehr mit Menschen, soll Arthur Schnitzler mal gesagt haben, sei, ihnen ihre Ausreden wegzuräumen. Im Verkehr mit Fußballern hält es die UEFA genauso: Am Montag wird sie in Kiew den Fall des Dänen Nicklas Bendtner verhandeln, und es ist zu erwarten, dass sie sich mit bloßen Ausreden nicht zufrieden geben wird. Beim 2:3 der dänischen Mannschaft gegen Portugal hatte der 24-jährige Torjäger vom AFC Sunderland zwischenzeitlich zum 2:2 getroffen und danach das Trikot gelupft. Außer seinem Musculus rectus abdominis war dabei auch seine Unterhose zu sehen, auf der gut lesbar der Schriftzug »Paddy Power« prangte.

Nun handelt es sich dabei nicht etwa um ein Zeichen der Sympathie für Irland (Paddy ist ein Spitzname für Iren), was logisch eh kaum zu begründen gewesen wäre, und wohl auch nicht um eine Gefühlsbeschreibung (Paddy bedeutet auch Wutausbruch). »Paddy Power« ist ein irischer Wettanbieter, der zufälligerweise für seine ungewöhnlichen Werbekampagnen bekannt ist, was die Sache für Bendtner am Montag nicht eben erleichtern dürfte. Sicher ist hingegen, dass sich der Däne zur Vermeidung von Wutausbrüchen bei der UEFA vielleicht noch eine bessere Erklärung einfallen lassen sollte als die bisherige: »Ich habe die Hose von einem Kumpel geschenkt bekommen. Sie sollte mir nur Glück bringen.« In Sachen Werbeexklusivität zeigen die Funktionäre des Milliardengeschäfts Fußball nur selten Diskussionswillen.

Wahre Toleranz war hingegen wenige Kilometer vom Stadion Lwiw zu erleben, von unerwarteter Seite, so erzählte es der ukrainische Kollege Askold. Deutsche Fans hatten dort ihre Bierkisten im Übermut gar nicht erst aus dem Einkaufswagen geladen, sondern den Wagen im ganzen in ihren Bus geladen und waren von dannen gefahren. Der Supermarktleiter rief die Polizei an, die nahm die Verfolgung auf und stellte die Delinquenten auf offener Straße. »In Deutschland ist es üblich, den Einkaufswagen einzuladen«, so lautete die Ausrede der lustigen Gäste. »Man bringe ihn später wieder zurück.« Die in Gastfreundschaft geschulten Polizisten ließen die Deutschen schließlich ziehen, allerdings erst, nachdem die den Wagen herausgerückt hatten.

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