Linker Journalismus ist nicht umsonst! Was soll das hier?

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18.06.2012
Abseits

Fragen über Fragen

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Jirka Grahl. Der nd-Sportchef berichtet von der EM aus Polen und der Ukraine.

Wenn Europa zu Gast in der Ukraine ist, wollen die Leute ALLES über die Gäste erfahren. So bittet auch die Frau von TV24 Lwiw um ein Interview, nur ganz kurz bitteschön? »Kein Problem!« Einmal kurz die Haare glatt gestrichen und überlegt: Puh, ein bisschen was Kluges sollte man sich besser zurechtlegen. Wie weit die Ukraine noch kommen kann bei diesem Turnier. Was Joachim Löws Jungen so drauf haben. Wie schön doch Lwiw ist mit seinen Gassen. Und vielleicht wird auch nach Politik gefragt? Ob Angela Merkel nun einen Bogen um das Land machen wird oder nicht? Sind Worte zu Timoschenko gefragt?

Der Kameramann bittet vors Theaterhaus, die Reporterin streckt das Mikro entgegen. Kamera läuft, und bitte: »Was wollen Sie in Lwiw essen?« - Ich bin konsterniert: »Äh, bitte?« - »Ja, in welche Restaurants wollen sie denn gehen? Italienische? Ukrainische? Deutsche? Japanische?« - Nach einem kurzen Schreck funktioniere ich: »Am liebsten wohl regionale Küche, ich weiß noch nicht genau!« - Es wird nicht leichter mit den Fragen: »Was werden sie in Lwiw trinken?« - Oh mein Gott, sie erwischt mich auf dem falschen Fuß: »Hmmm, je nach Tageszeit. Kaffee vielleicht am Tage, Mineralwasser auch, und an den Abenden vielleicht auch Bier...« - Scheinbar werde ich doch noch interessant: »Ah, Bier, richtig: Wie viele Bier trinkt ein Deutscher so pro Fußballspiel?« - Ich hebe die Hände. »Ach nun, ja, ... zwei, ... oder drei vielleicht!« Weil sie sehr gequält mit dem Kopf nickt (Fernsehreporter nicken bei Interviews immer ständig, wenn der andere redet), und weil ich mich in dieser Hinsicht nur als bedingt repräsentativ empfinde, setze ich noch einen drauf: »Vielleicht auch vier, wenn's gut läuft.« - »Und was isst ein deutscher Mann so den ganzen Tag über?« - Morgens Kaffee und Brötchen, mittags Salat, am Abend gerne ein Stück Fleisch.«

Sie zieht nur leicht die Augenbrauen hoch und lässt das Mikro sinken. »Dankeschön!« lächelt sie, Zufriedenheit ist darin nicht zu erkennen. Später schaue ich dann mal auf die Webseite des Senders, doch das Interview kann ich nicht finden. Stattdessen einen Bericht über das Lwiwer Bierfestival, bei dem junge Männer in DFB-Trikots versuchen, Rekorde im »Speed-Biertrinken aufzustellen.« Ich brauche mir nichts vorzumachen: Hier habe ich versagt.

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