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Von Sebastian Stiekel, dpa
21.06.2012

Flügelzange gegen Stareinheit

Heute treffen in Warschau Tschechien und Portugal im ersten Viertelfinale aufeinander

Was mussten sich die Portugiesen nicht alles anhören vor der EM. Dass sie kein richtiges Team seien, sondern nur eine Ein-Mann-Show, zum Beispiel. Vor dem Viertelfinale gegen Tschechien hat diese Mannschaft nun allen gezeigt, dass sie mehr zu bieten hat als nur Cristiano Ronaldo.

Portugiesischer Ersatzspieler zu sein, ist an manchen Tagen einer der härtesten Jobs bei dieser EM. Dann beginnt das Training in Opalenica mit einem Aufwärmspiel, bei dem zwei Mann in einem kleinen Kreidekreis versuchen müssen, Künstlern wie Cristiano Ronaldo oder Nani den Ball abzunehmen. Das kann ein ziemlich aussichtsloses Unterfangen sein. Und genau wie der bisherige Verlauf des Turniers zeigt auch das kleine Spielchen jedes Mal, dass diese portugiesische Mannschaft viel mehr ist als nur Ronaldo und ein Rest.

So muss der heutige Viertelfinalgegner Tschechien auch auf Nani von Manchester United aufpassen, der im Dribbling fast genauso unwiderstehlich ist wie der Superstar von Real Madrid. Ganz hinten verteidigt der beinharte Pepe, »einer der besten Abwehrspieler der Welt«, wie selbst Mesut Özil in aller Ehrfurcht vom Alltag bei Real Madrid berichtet. Dazu hat Portugal eine der wenigen Mannschaften auf dieser Welt, die sich keine Sorgen auf der Position des Linksverteidigers machen müssen. Dort spielt Fabio Coentrao, der lange vom FC Bayern München umworben worden war und am Ende genau wie Ronaldo, Pepe und Özil bei Real landete.

»Ich bin froh über das, was wir hier als Team erreicht haben«, sagt Portugals Trainer Paulo Bento. »Wir sind als Einheit aufgetreten. Unsere Teamleistung macht mich wirklich stolz.«

Der selbst nicht immer unumstrittene Trainer betont das deshalb so sehr, weil seine Mannschaft bei der EM bislang alles widerlegt hat, was ihr auch in der Heimat ständig vorgehalten wurde. Dass sie praktisch nur aus Ronaldo bestehe. Dass es ihr weitgehend egal sei, wie sie bei diesem Turnier abschneide. Und dass ihr Superstar sich intern völlig isoliere durch sein divenhaftes Verhalten.

Letzteres kann allein deshalb kaum sein, weil zwischen Ronaldo und einigen Mitspielern enge Verbindungslinien bestehen. Mit Nani oder Miguel Veloso hat er in der Jugend zusammengespielt. Pepe ist auch in Madrid einer seiner besten Kumpels.

Pepe kennt sich mit Druck aus

So war der 29-jährige Verteidiger einer der ersten, die Ronaldo gegen die massive Kritik nach den Spielen gegen Dänemark und Deutschland in Schutz nahm. »Cristiano ist der beste Spieler der Welt«, meinte Pepe noch vor dessen zwei Toren gegen die Niederlande. »Er zeigt auch im Nationalteam, dass er ein großartiger Kapitän, ein fabelhafter Mensch und ein herausragender Profi ist. Er braucht nur ein wenig Ruhe, dann kommen die Tore von allein.«

Auch Pepe kennt sich mit öffentlichem Druck gut aus. Der gebürtige Brasilianer verlor schon mehrfach in seiner Karriere die Kontrolle auf dem Spielfeld, erst vor fünf Monaten trat er Lionel Messi in einem spanischen Pokalspiel gegen den FC Barcelona auf die Hand. »Pepe - was für ein Idiot«, schrieb danach Wayne Rooney.

Bei dieser EM zeigt der Hitzkopf ausschließlich sportliche Qualitäten: seine große Energie, seinen Offensivdrang, seine Zweikampfstärke. Bei Pepe und Coentrao glaubt man manchmal, dass sie sich auf dem Spielfeld verlaufen haben und eigentlich in den Sturm gehören, so offensiv ist ihr Spiel angelegt.

Aber selbst zur Absicherung solcher Ausflüge haben die Portugiesen einige gute Fachkräfte im Team. Für Verteidiger Bruno Alves zahlte Zenit St. Petersburg einst die stolze Ablösesumme von 22 Millionen Euro. Wer auch immer nach der EM Joao Moutinho haben will, muss sogar 40 Millionen an den FC Porto überweisen.

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