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Von Florian Schmid
27.06.2012

Schnellere Infos für eine schnellere Revolte

Schriften linker Gruppen findet man nicht nur in Büchern, sondern auch kostenlos im Internet

Das Netz ist nicht nur Datenmüllhalde, sondern auch Quelle zahlreicher aktueller und historischer Texte zu Anarchismus und linker Theorie.
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AltGr steht nicht für »Alter Griesgram«, sondern für »Alternative« und »Graswurzelbewegung«.

Zu den weltweiten Krisenprotesten, von den spanischen Empörten über Occupy in den Vereinigten Staaten bis zu Demonstrationen hierzulande, gibt es eine Unmenge an Buchneuerscheinungen. Die reichen von der Beschreibung einzelner lokaler Proteste bis hin zu thematischen Analysen. Immer wichtiger wird neben den Verlagen auch das Internet als Quelle einer sich international immer stärker vernetzenden Protestbewegung - lassen sich dort Informationen doch schneller einspeisen und abrufen.

Auf der Seite translationcollective.wordpress.com werden schon seit über zwei Jahren Texte zu linker Theorie und zu Bewegungsthemen in verschiedenen Sprachen eingestellt, Übersetzungen ins Französische, Englische, Spanische, Türkische, Griechische und Deutsche folgen im Lauf der Zeit. Noch Monate bevor der Theorie-Bestseller »Der kommende Aufstand« hierzulande erschien, konnte auf dieser Seite eine deutsche Version des Textes abgerufen werden - eine Übersetzung, die ein anonymes Kollektiv erarbeitet hatte. Neben drei Kapiteln zum Thema »Der Kampf gegen den Atomstaat« aus dem Klassiker »Autonome in Bewegung«, der 2003 erschienen ist, gibt es auf der Seite translationcollective.wordpress.com unter anderem auch das »Kommunique aus einer ausbleibenden Zukunft«, einen manifestartigen anarchistischen Text der US-amerikanischen Studentenprotestbewegung aus dem Jahr 2010. Aber auch aus der arabischen Welt finden sich Texte. So erschien hier etwa zwei Tage nach der polizeilichen Räumung des Kairoer Tahir-Platzes im März 2011 die Stellungnahme eines Platz-Besetzer-Kollektivs.

Neben bereits in Verlagen veröffentlichten Büchern wie Texten des französischen Autorenkollektivs Tiqqun finden sich auch Schriften linker Gruppen aus Deutschland, die so ihren Weg in europäische Netzwerke finden, etwa ein in Berlin verfasstes Anti-Gentrifizierungsmanifest mit dem Titel »Sozialrevolutionäres Stadtentwicklungsprogramm. Der Zweijahres-Plan ›Stadt übernehmen‹«. Relativ aktuell ist die deutsche Übersetzung eines Textes zur historischen Einordnung des Aufstands in Griechenland. Der Text ist dem auf Englisch erschienenen Sammelband »Revolt and Crisis in Greece« entnommen. Dieses Buch ist wiederum das Projekt des englischsprachigen Internetblogs occupiedlondon.org, der aktuelle Berichterstattung zu Demonstrationen in Griechenland bietet, bei Großdemonstrationen sogar hin und wieder inklusive Live-Ticker.

Anarchistische Texte, aktuelle wie historische, finden sich auf der Seite magazinredaktion.tk/. Neben einem Reader zum Thema Occupy Oakland, der ins Deutsche übersetzte Einschätzungen und Stellungnahmen aus verschiedenen kalifornischen Blogs umfasst, gibt es hier einzelne Texte des US-amerikanischen Autorenkollektivs »Crime-Think«, von dem kürzlich eine Textsammlung auch als Buch im Unrast-Verlag erschienen ist. Außerdem findet sich hier ein »Lehrgang durch die Geschichte der Situationistischen Internationale«, der dieses unter Anarchisten populäre Stück linksradikaler Geschichte der späten 50er und frühen 60er Jahre zusammenfasst. Über Guy Debord, eine der zentralen Figuren der Situationistischen Internationale, gibt es auf der Seite auch einen Film. Auch ein Video, das das Werk und die Person des anarchistischen Theoretikers Peter Kropotkin aus dem 19. Jahrhundert vorstellt, findet sich hier.

Um einiges umfangreicher ist die englischsprachige Datenbank theanarchistlibrary.org/, in der fast 2000 Bücher und Aufsätze in verschiedenen Formaten zum kostenlosen Herunterladen angeboten werden. Hier finden sich Texte zur akademischen Post-Anarchismusdebatte in den USA, aber auch zahlreiche historische Artikel von Emma Goldman und einige italienische Klassiker aus den 20er Jahren. Dabei gilt auf all diesen Seiten: Nicht nur können Texte gelesen werden, es ist auch möglich, eigene Übersetzungsarbeiten einzustellen und Datenbanken zu erweitern.

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