»Gegner ist die neoliberale Oligarchie«

Ramiro Saravia Coca über den Konflikt rund um den Straßenbau in Boliviens Naturpark TIPNIS

Ramiro Saravia Coca ist Aktivist von Red Tinku, einer Freiwilligenorganisation gegen Medienmacht. Seit dem »Wasserkrieg von Cochabamba« 2000 gegen die Privatisierung der Wasserversorgung informiert Red Tinku auf dem Hauptplatz der Stadt in offenen Gesprächen täglich über Politik und Gesellschaft. Mit Saravia sprach für »nd« Benjamin Beutler.

Ramiro Saravia Coca

nd: Zum zweiten Mal nach 2011 haben Bewohner des »Indigenen Territoriums Nationalpark Isiboro Sécure« (TIPNIS) einen Protestmarsch in die Hauptstadt La Paz durchgeführt. Die Amazonas-Indígenas wollen weiter den Bau einer Straße durch einen Naturpark verhindern. Ihre Begründung: Unter dem Schutz der regierenden »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) würden Kokabauern aus dem Hochland vorrücken, Regenwald abholzen und so ihre Lebensgrundlage vernichten. Ist Präsident Evo Morales ein Umweltsünder oder gar Verräter seiner Brüder aus dem Tiefland?
Saravia Coca: Natürlich nicht! Nach 500 Jahren Ausgrenzung durch die alten Eliten wird die indigene Bevölkerungsmehrheit erstmals in Politik und Gesellschaft einbezogen. Die neue Verfassung von 2009 will Schluss machen mit der bolivianischen Apartheid. TIPNIS ist ein aufgebauschter Konflikt der Tagespolitik. Morgen zieht die Opposition einen neuen aus dem Hut. Seit Morales als erster Indigener an die Staatsmacht gekommen ist, versucht die politische Rechte Menschen im Inland und auf internationaler Bühne zu verwirren. Privatmedien spielen da bereitwillig mit. »Evo spaltet Bolivien« ist der Dauerbrenner. Oder mehr Drogenhandel und mehr Korruption. Angeblich geht auch unsere Wirtschaft den Bach runter. Die Realität zeigt das Gegenteil. Der einfache Koka-Bauer, auch indigen, wird als Drogenhändler ohne Respekt vor der Natur in ein schlechtes Licht gerückt. Das Ziel ist klar: Hochland-Indigene gegen Tiefland-Indigene ausspielen.

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