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Von Carmela Negrete
04.07.2012

Spanisch Roulette

Nach leeren Flughäfen und Autobahnen baut man in Spanien nun Kasinos

Mehr Flughäfen als in Deutschland wurden in Spanien gebaut. Viele von ihnen haben zu wenige Passagiere und machen Verluste. Politiker in Valencia reagieren darauf nun asugerechnet mit dem Bau des größten Kasinos Europas.

Eineinhalb Jahre ist es her, als der Flughafen von Castellón in der Region Valencia eingeweiht wurde. 150 Millionen Euro kostete der Bau. Kein einziges Flugzeuge landete seitdem auf dem Rollfeld. Einen besonders skurrilen Vorschlag zur Wirtschaftsförderung machte nun der Vorsitzende der konservativen Volkspartei Castellón Carlos: Eurovegas – das größte Kasio Europas – soll seinem Willen nach entstehen.

12 Hotels mit 36000 Betten und sechs große Kasinos mit 1.000 Spieltischen sind für „Kleinvegas" vorgesehen. Hinzu kommen Restaurants, die Tausenden Gästen Platz bieten sollen; ein Theater; drei Golfplätze; ein riesiger Konzertsaal; ein Sportzentrum; Vergnügungsbäder und Einkaufszentren. Die Idee hatte ein amerikanischer Investor. 26.000 Millionen Euro privaten Kapitals will er dafür einbringen. Mehrere Städte streiten um das Projekt. Die beste Karten haben bisher die zwei größten Städte Barcelona und Madrid.

Ein umstrittenes Projekt

Die Stadt, die den Zuschlag für Eurovegas bekommt, soll dem Investor das entsprechende Grundstück kostenfrei überlassen. Steuerfreiheit sollen seiner Firma in den ersten Jahren gewährt, die Migrationsgesetze und Rauchverbote aufgehoben werden. Am ersten September dieses Jahres soll entschieden werden, welche Stadt das größte Kasino Europas bauen wird.

Indes regt sich in den betroffenen Städten Widerstand gegen das Projekt. Die Madrider Bürgerinitiative „Eurovegas No" wendet sich gegen eine mögliche Bebauung eines Naturschutzgebietes. In Barcelona macht die Bewegung „Aturem Eurovegas" („Eurovegas stoppen") gegen den Bau auf einer Agrarfläche mobil. Dort haben die Aktivisten die Vertreter des Investors mit Transparenten „Adelson go home" in der vergangenen Woche begrüßt. In Madrid gab es zur selben Zeit einen Fahrrad-Korso durch die Innenstadt. „Das Projekt untergräbt ein produktives Modell, basierend auf Bau-, Hotel- und Gaststättengewerbe", sagt einer der Demonstranten.

1 Flughafen, 15 Passagiere

Überall in Spanien gammeln Infrastrukturprojekte ungenutzt vorsich hin. Castellón, Cuidad Real, Córdoba, Burgos, Salamanca, León: Die Liste spanischer Flughäfen, die als millionenschwere Investitionsruinen endeten, sind lang. Die einzige kommerzielle Linie von Vueling musste ihren Flugbetrieb mangels Passagiere einstellen. Der Bau des Flughafens verschlang ca. 500 Millionen Euro. Die jährlichen Betriebskosten belaufen sich auf ca. 800.000 Euro. Spanien hat mehr Flughäfen als alle anderen europäische Länder. Einige bedienen nur fünfzehn Passagiere pro Monat.

Etwas mehr Benutzer haben spanische Autobahnen. Doch auch von ihnen wurden mit spanischen und europäischen Geldern zu viele gebaut. Nach China und USA liegt Spanien auf Platz 3, der Länder mit den meisten Autobahn-Kilometer. Vielen von ihnen wurden nach der Eröffnung privatisiert und sind kostenpflichtig. Doch um wirtschaftlich rentabel zu sein, fahren auf ihnen zu wenige Autos. Der Staat subventioniert deshalb die Straßen, die nicht nur bald zum sondern auch durch das größte Kasino Europas führen.

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