Alfred Hackensberger 06.07.2012 / Ausland

Wahlen im Milizenstaat

Libyer sollen erstmals an die Urne treten

Gaddafi ist tot, sein Staatsmodell abgeschafft und der traditionelle Islam wieder auf dem Vormarsch. Nicht nur auf der Straße geben schwer bewaffnete Milizen den Ton an. In diesem Klima wird morgen in Libyen gewählt.

In Libyen herrscht der Ausnahmezustand. Die Übergangsregierung hat ihn am Dienstag verhängt, um einen reibungslosen Ablauf der am Sonnabend stattfindenden Wahlen zu sichern. Vorfälle wie letzte Woche, als Hunderte Demonstranten das Gebäude der Wahlkommission in Bengasi stürmten und Stimmzettel verbrannten, sollen vermieden werden. Für Libyen ist es ein historischer Tag. Zum ersten Mal erlebt das Land freie Wahlen. In den 42 Jahren der Regierungszeit Muammar al-Gaddafis, der als junger Offizier (27) in einem unblutigen Putsch 1969 die Macht übernahm, gehörten weder Parteien noch Wahlen zum Staatsmodell.

Rund 2,7 Millionen Menschen, etwa 80 Prozent aller potenziell Wahlberechtigten, haben sich in den Wählerlisten registrieren lassen. Über 3700 Kandidaten bewerben sich um die 200 Abgeordnetensitze des Allgemeinen Nationalen Kongresses (GNC), der eine neue Verfassung erarbeiten und eine Übergangsregierung benennen soll. 120 Mandate sollen an Einzelkandidaten und 80 an Vertreter von Parteien und anderen politischen Organisationen gehen.

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