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Von Sarah Liebigt
06.07.2012

Wer nicht uffmuckt, hat verloren

Protest gegen rechte Läden und Strukturen in Schöneweide wird fortgesetzt

Quer durch Schöneweide, vorbei an der Kneipe »Zum Henker«, am Laden »Hexogen« sowie an weiteren Lokalitäten, die dem rechten Spektrum zugeordnet werden, soll die Demonstration ziehen. Unter dem Motto »Wer nicht uffmuckt, hat schon verloren« ruft das Bündnis »Turn Left - Smash Right« zur Demo »für eine alternative (Jugend-) Kultur! Gegen Nazistrukturen und Rassismus in Schöneweide!«. Das Bündnis für Demokratie und Toleranz, die Initiative Schöner Weiden ohne Nazis und die LINKE haben sich dem Aufruf angeschlossen. Beginn ist um 17 Uhr am S-Bahnhof Schöneweide.

Sei es die Stammkneipe oder der »Laden für den Aktivisten«, die Brückenstraße in Schöneweide ist zum Inbegriff der organisierten rechten Szene in Berlin geworden. NPD und Kameradschaften sind hier verwurzelt und wollen sich »ihren Kiez« nicht nehmen lassen. Linke Plakate und Aufkleber verschwinden in der Regel schnell wieder aus dem Straßenbild. »Die Demo richtet sich zum einen gegen die Strukturen als auch gegen das Desinteresse der lokalen Bevölkerung«, betont Miriam Schneider, Sprecherin des Bündnisses »Turn Left - Smash Right«.

Die Demonstrationsroute wird vom Maskottchen des Schöner Weiden-Bündnisses geschmückt. Ein paar bunte Kühe hingen am Donnerstag bereits an Strommasten und Laternenpfählen, heute sollen weitere aufgehängt werden. Ob sie am Samstag noch zu sehen sind, ist fraglich. Linke Aktionen sind Nazis ein Dorn im Auge. Erst am 29. Mai attackierten Neonazis im Ortsteil Johannisthal junge Linke, die rassistische NPD-Plakate und -Aufkleber entfernten, die hundertfach von Neonazis im Neubaugebiet rund um die Springbornstraße verklebt worden waren. Selbst eine bunte Pappkuh stört also vermutlich »ihr« Straßenbild.

Kurzfristig hat die NPD noch eine Gegendemo am Samstag angemeldet. Am Donnerstagnachmittag fand ein Anmeldergespräch zwischen Polizei und der extrem rechten Partei statt. Nach »nd«-Informationen zog Sebastian Schmidtke seine Anmeldung jedoch zurück, nachdem ihm die Polizei nur Orte abseits der linken Demo angeboten hatte. Schmidtke betreibt in der Brückenstraße das »Hexogen«, das am Wochenende seit einem Jahr besteht. »Das Räumungsverfahren gegen den Militaria-Laden ›Hexogen‹ steht Ende des Monats vor seinem Abschluss und wir sagen schon jetzt - Auf Nimmerwiedersehen, Herr Schmidtke«, so Karin Kant von der AG Antifa in der LINKEN Treptow-Köpenick. Für den 23.7. ist der Gerichtstermin angesetzt.

»Doch nicht nur die organisierte und offen auftretende Neonaziszene ist ein Problem«, wie Schöner Weiden betont. »So rekrutiert das Berliner Chapter des weltweit agierenden Rockerclubs Gremium MC ehemalige, aber auch bis heute aktive Neonazis für die eigenen Reihen.« Demnach gebe es Doppelmitgliedschaften zwischen Neonaziszene und Rockern. »Die braunen Rocker betreiben in Schöneweide gleich mehrere Locations.«

Auch die Linkspartei stellt sich hinter den Aufruf des Bündnisses für Demokratie und Toleranz Treptow-Köpenick. »Die Demonstration ist ein wichtiges Anliegen für den gesamten Bezirk und deswegen rufen auch wir auf zu einer breiten Beteiligung der Zivilgesellschaft.«

Wie Miriam Schneider von »Turn Left - Smash Right« bekräftigt, geht es mit der Demo nicht darum, nur ein weiteres Zeichen zu setzen. »Die Bekämpfung der Neonazis als Symptom reicht uns nicht aus.« Schöner Weiden bestätigt das: »Die Neonazis und die Rocker fühlten sich rund um die Brückenstraße so wohl, weil viele Menschen das Problem nicht erkennen oder es nicht als das ihrige ansehen.« Die Arbeit gegen Rechts wird in Schöneweide von vielen Händen verrichtet und soll kontinuierlich fortgesetzt werden.

Am 11. August lädt das Zentrum für Demokratie Treptow-Köpenick unter dem Motto »Schöneweide macht Mut, wir machen Schöneweide!« zu einem Open Space. Dort sollen Ideen und Strategien entwickelt werden, um Schöneweide zu einem bunten, lebendigen Stadtteil zu gestalten, »in dem Rechtsextreme keinen Raum mehr bekommen, ihre Strukturen auf-/auszubauen«.

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