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Von Martin Kröger
10.07.2012

Und dann der Starkregen

Unwetter beeinträchtigten Badewasserqualität, Trinkwasser nicht betroffen

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Das Pilotprojekt Spree 2011, das an dieser Stelle entstehen sollte, ist derzeit gestoppt.

Nach den unwetterartigen Regenfällen vom Wochenende ist mit starken Verunreinigungen der Badegewässer zu rechnen. »Wir raten davon ab, mit Kleinkindern oder Babys ins Wasser zu gehen«, sagt am Montag Silvia Kostner, die Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Soziales (LAGeSo). Zwar gebe es noch keine Sperrungen, aber die insgesamt 38 Badestellen in der Stadt seien auch noch nicht untersucht worden. Dies sei allerdings durch das LAGeSO angewiesen. Das bestätigt die Sprecherin des Landeslabors Berlin-Brandenburg, Maren Fischer. Konkrete Ergebnisse der Untersuchungen liegen jedoch noch nicht vor. »Das ist alles noch in Bearbeitung«, sagt Fischer.

Doch aus der Erfahrung der vergangenen Jahre ist bekannt, dass nach starken Regenfällen zum Teil ungeklärte Abwässer, verendete Tiere und Exkremente von Hunden und Menschen eingespült werden. Das führt naturgemäß zu einer erhöhten Belastung mit Krankheitserregern - insbesondere an der Unterhavel. »Auch erwachsene Menschen sollten nach dem Baden duschen und die Badekleidung ablegen«, empfiehlt LAGeSO-Sprecherin Kostner. Dies gelte insbesondere für Allergiker. Wenn das Wetter stabil ist, dauert es normalerweise zwischen drei und fünf Tagen, bis die natürlichen Reinigungskräfte der Oberflächengewässer das Wasser wieder gesäubert haben. In jedem Fall lohnt ein Blick auf die Homepage des LAGeSO, auf der eine extra Seite für die Badegewässer eingerichtet ist (www.berlin.de/badegewaesser). Dort sollen in den nächsten Tagen auch die Untersuchungsergebnisse zur Wasserqualität präsentiert werden.

Bei den Berliner Wasserbetrieben (BWB) hat man am Wochenende zwar einige Überläufe registriert, dennoch sei das Unwetter aus Sicht des Wasserversorgers weniger heftig ausgefallen als etwa bei dem Gewitter am 1. Juli. »Insgesamt sind bisher im Juli 450 000 Kubikmeter aus Regenbecken und rund 350 000 Kubikmeter durch die Notauslässe des Mischsystems übergelaufen«, sagt BWB-Sprecher Stephan Natz. Denn irgendwann sei auch das größte Überlaufbecken und der größte Stauraumkanal voll.

In einem solchen Fall ist die Mischwasserkanalisation in der Berliner Innenstadt so ausgelegt, dass das überschüssige Wasser in die nächsten Gewässer, sprich Spree, Havel oder Landwehrkanal, abgegeben wird. Womit auch die Verunreinigungen dorthin gelangen. Für die Qualität des Trinkwassers haben die heftigen Regengüsse indes keine Auswirkungen. »Da haben wir komplett getrennte Systeme, mit der Natur dazwischen geschaltet«, sagt Natz.

Dass durch die Überläufe die Wasserqualität in Spree, Havel und Landwehrkanal stark leidet, ist seit langem bekannt. Viel öffentliche Aufmerksamkeit hat deshalb seit Jahren das Projekt »Spree 2011« genossen, das diese Überläufe durch vorgeschaltete Auffangbehälter, die in der Spree versenkt werden, verhindern will. Mit viel Brimborium begann das Pilotprojekt an der Oberbaumbrücke im Mai. Doch die Pilot-Behälter musste der Erfinder von Spree 2011, der Ingenieur Ralf Steeg, inzwischen wieder aus dem Wasser holen. Offenbar gibt es Probleme mit der Abnahme der Schweißnähte. Beim Starkregen am Wochenende konnten sich die 500 Kubikmeter fassenden Behälter deshalb noch gar nicht bewähren.

Der Traum vom Baden in der Spree wurde vor kurzem dennoch wahr: Die Teilnehmer des Berlin Triathlon durchschwammen den Fluss Anfang Juni. Die vorherigen Untersuchungen des Spreewassers, so ist zu hören, fielen gar nicht mal so schlecht aus. Da die Spree als Bundeswasserstraße gilt, ist das Baden jedoch generell verboten: Aufgrund des starken Schiffsverkehrs auf dem Fluss ist es schlicht zu gefährlich. Und nach dem Starkregen dürfte die Qualität des Spreewassers jetzt auch wieder gesunken sein.

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