11.07.2012

Zweifel an türkischer Darstellung

Aufklärungsflugzeug nicht von Rakete getroffen

Istanbul (AFP/nd). In der Türkei wachsen die Zweifel an der Darstellung der Regierung, Syrien habe Ende Juni eine türkische Militärmaschine im internationalen Luftraum abgeschossen. Die Zeitung »Radikal« berichtete am Dienstag unter Berufung auf Militär- und Geheimdienstquellen, Untersuchungen der geborgenen Wrackteile hätten keine Hinweise auf einen Angriff mit einer Rakete ergeben. Damit wachse die Wahrscheinlichkeit, dass die Maschine von Luftabwehrgeschützen getroffen wurde, deren Reichweite nicht über die Luftraumgrenze von zwölf Seemeilen hinausgeht. Syrien hatte betont, der Aufklärer sei in seinen Luftraum eingedrungen.

Bei dem Abschuss am 22. Juni waren beide Piloten der Aufklärungsmaschine Phantom F-4 ums Leben gekommen. Die Türkei warf Syrien vor, die Maschine unter Beschuss genommen zu haben, obwohl sie nach kurzzeitiger Verletzung des syrischen Luftraums über internationalen Gewässern unterwegs gewesen sei. Syrien erklärte dagegen, die Phantom F-4 habe sich seiner Küste genähert und sei deshalb beschossen worden.

Der Zeitung zufolge will sich Ankara künftig auf den Vorwurf konzentrieren, dass die Syrer ohne Warnung an die Piloten das Feuer eröffneten.

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