Wenn Schlussstriche zur Mode werden ...braucht es linken Journalismus
Deshalb jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Aert van Riel
14.07.2012

Kapitalismus in der Vertrauenskrise

Laut einer Studie schwindet weltweit die Zustimmung der Menschen zur »freien Marktwirtschaft«- eine Ausnahme ist Deutschland

Trotz Wirtschaftskrise und deren verheerenden sozialen und politischen Folgen setzen die Menschen in Deutschland weiter mehrheitlich auf die »freie Marktwirtschaft«. In den Krisenländern bröckelt dagegen der Glaube an den Kapitalismus.

Seit Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2008 schwindet weltweit das Vertrauen der Menschen in die Wirtschaftsleistung und in das kapitalistische System. Nach einer Befragung des Pew-Forschungszentrums, ein Meinungsforschungsinstitut mit Sitz in Washington D.C., von mehr als 26 000 Menschen in 21 Ländern ist nur etwas mehr als ein Viertel mit der Wirtschaftslage ihres Heimatlandes zufrieden. Besonders negativ ist die Stimmung in den Krisenländern Spanien, Italien (jeweils sechs Prozent), Japan (sieben Prozent), Pakistan (neun Prozent) und Griechenland (zwei Prozent). Eine deutliche Verschlechterung der nationalen wirtschaftlichen Situation wird außerdem in Polen und Russland konstatiert. Dort sank in den vergangenen vier Jahren der Anteil derer, die sich über die wirtschaftliche Entwicklung freuten, von 52 auf nur noch 29 beziehungsweise 32 Prozent. In den USA sieht weniger als ein Drittel der Befragten das Land auf einem guten ökonomischen Weg.

Allerdings sind nicht alle Länder weltweit gleichermaßen von der Wirtschaftskrise betroffen. So konnten etwa Schwellenländer wie die Türkei und Brasilien - wenn auch zum Teil sich abschwächende - Wachstumsraten erzielen. Die Zufriedenheit mit der wirtschaftlichen Entwicklung liegt bei 57 beziehungsweise 65 Prozent. Auch die Ökonomien Deutschlands (73 Prozent) und des kommunistisch regierten Chinas (83 Prozent) haben die Krise bisher weniger stark zu spüren bekommen als andere Länder.

Dort ist auch der Glaube an das kapitalistische System in weiten Teilen der Bevölkerung ungebrochen. 69 Prozent der befragten Bundesbürger stimmen mit der Behauptung überein, dass es den Menschen in einer »freien Marktwirtschaft« besser gehe. Dieser Meinung sind auch 67 Prozent der US-Amerikaner. Überraschend hoch ist mit 74 Prozent die Zustimmung zur »freien Marktwirtschaft« in China, wo viele Staatsunternehmen eine dominierende Rolle spielen und deswegen von einem schrankenlosen »freien Markt« nicht die Rede sein kann. Einen Prozentpunkt mehr kann Spitzenreiter Brasilien verzeichnen.

Zunehmend kapitalismuskritisch präsentieren sich dagegen unter anderen die von der Krise gebeutelten Südeuropäer sowie osteuropäische Staaten, die allesamt in den letzten Jahren zunehmend zu Laboren ihrer neoliberalen Regierungen geworden waren. Infolgedessen wurde der soziale Sektor zusammengestrichen. In Spanien sank das Vertrauen in die »freie Marktwirtschaft« in den vergangenen fünf Jahren von 67 auf 47 Prozent. Eine ähnliche Entwicklung war in Italien, Polen und Tschechien zu beobachten, wo nur noch etwa die Hälfte der Bevölkerung dem freien Spiel der Märkte vertraut. In Griechenland sind es 44 Prozent. Die geringste Unterstützung hat der schrankenlose Kapitalismus mit 34 beziehungsweise 38 Prozent Zustimmung in Mexiko und Japan.

Auch das Versprechen, dass sich allein »harte Arbeit« auszahlt, um wirtschaftlichen Erfolg zu haben, wird in Krisenzeiten immer stärker angezweifelt. Im Unterschied zu Pakistanern (81 Prozent) und US-Amerikanern (77 Prozent) glauben weniger als die Hälfte der Befragten in Polen, Frankreich, Italien, Griechenland, Russland, Libanon, China und Japan daran.

Die Annahme, dass vor allem Banken und Geldinstitute für die Wirtschaftskrise verantwortlich sind, ist vor allem in Westeuropa verbreitet. Andere Länder sehen dagegen die wirtschaftliche Entwicklung stark von dem Handeln ihrer jeweiligen Regierung abhängig.

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken