Von Ralf Hutter
14.07.2012

Stau zwischen Sehenswürdigkeiten

Langfristig verschärfte Verkehrssituation Unter den Linden

Wegen der Bauarbeiten für einen neuen U-Bahnhof an der Ecke Unter den Linden / Friedrichstraße in Mitte wird in der Straße Unter den Linden der Verkehr langfristig beeinträchtigt. Ein Abschnitt der Fahrbahn Richtung Museumsinsel ist seit gestern gesperrt. Nur Linienbusse und Taxis können diese Strecke weiterhin befahren.

Die Buslinie 100 gilt seit langem als kleiner Ersatz für die privaten touristischen Linien, die auf ihren Runden Informationen zu den angesteuerten Sehenswürdigkeiten durchsagen. Der 100er fährt vom Alexanderplatz Unter den Linden entlang und am Bundestag vorbei, passiert also ebenfalls etliche Sehenswürdigkeiten. Freitag Mittag gab es zumindest Richtung Westen mehr als genug Zeit für Ausblicke auf Museen, Oper und Humboldt-Universität aus dem Busfenster. Unter den Linden war gestopft voll.

Ein Bus der Linie TXL zum Flughafen brauchte für die paar Hundert Meter von der Museumsinsel bis zur Friedrichstraße statt der planmäßigen drei Minuten über eine Viertelstunde. Die Ursache war, dass an der Ecke Charlottenstraße eine Baumaschine eine Spur blockierte. Da die rechte Spur an der Stelle wegen der Renovierung der Staatsbibliothek dauerhaft gesperrt ist, blieb nur noch die mittlere übrig.

Baustellen und Staus gibt es entlang des Boulevards Unter den Linden schon lange, denn verschiedene Baustellen behindern den Verkehr. »Ich muss aber sagen: Heute ist es extrem«, stöhnte der Fahrer des TXL-Busses. Und befürchtet, dass dies durch die zusätzliche Belastung, die sich durch die Baustelle an der Friedrichstraße ergibt, zum Dauerzustand wird. Denn die Fahrbahn Richtung Osten ist bis Mitte 2016 zwischen Glinkastraße (die parallel zu und zwischen Wilhelm- und Friedrichstraße verläuft) und Charlottenstraße gesperrt. Nur Busse und Taxis können noch in diese Richtung fahren, allerdings benutzen sie dafür eine Spur der Fahrbahn Richtung Westen. Dort bleiben nur zwei Spuren für die eigentliche Richtung übrig.

Die Friedrichstraße wiederum ist nun für mindestens ein Jahr zwischen Behrenstraße und Unter den Linden komplett gesperrt. Das gesamte Gebiet sollte also umfahren werden.

Das tun auch viele Menschen, wie ein Sprecher der Verkehrsinformationszentrale sagt. Schließlich sei über den Verkehrsfunk rechtzeitig auf die Situation hingewiesen worden. Allerdings sei die Verkehrssituation in der ganzen Stadt zur Zeit relativ ruhig - nach den Schulferien werde das anders aussehen.

Diese Befürchtung teilt ein Sprecher der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Es sei aber derzeit nicht geplant, Buslinien umzuleiten. Generell kann die BVG auf extreme Staus mit temporären Linienkürzungen reagieren. Linienänderungen müsste der Senat anordnen. 100er und TXL behalten also ihre Attraktivität für Touristen - besonders für die, die sich für Baustellen interessieren.

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