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Von Tom Mustroph, Bagneres-de-Luchon
19.07.2012

Fränk Schleck bringt alte Zeiten zurück

Zweiter Dopingfall der diesjährigen Tour betrifft diesmal einen großen Namen der Szene

Die alten Zeiten kehrten zur Tour de France zurück. Einen Medienauflauf wie zur Ära Lance Armstrongs erlebte Team Radioshack zum Start der 16. Etappe der Tour de France in Pau. Kameramänner kämpften um beste Positionen, an langem Gestänge wurden Mikrofone durch den Pulk gesteckt. Die magnetische Wirkung wurde aber nicht vom des Dopings schwer verdächtigen US-Amerikaner ausgelöst, sondern von Fränk Schleck. Dem Luxemburger hatte das französische Labor Chatenay-Malabry Spuren des Entwässerungsmittels Xipamid nachgewiesen.

Es hat zwar keine leistungssteigernde Wirkung. In Dopingkreisen wird es aber als Maskierungsmittel eingesetzt. »Man erhöht damit die Menge des Urins. Diese Volumenvergrößerung führt zur Verringerung der Konzentration aller im Urin befindlichen Substanzen und damit auch aller Dopingsubstanzen«, erklärte der Biochemiker und Antidoping-Experte Fritz Sörgel. Freilich bleiben Zweifel an der Wirksamkeit dieser Substanz. Die Menge war mit 100 Pikogramm äußerst gering. Bei wiederholtem Gebrauch lasse auch die Wirkung nach, meinte Sörgel zu »nd«. Ohnehin ist das Mittel leicht nachzuweisen, so der Leiter des Kölner Dopingkontrolllabors, Wilhelm Schänzer. Doch auch geringe Mengen körperfremder Stoffe gelten als Manipulation.

Schleck, Dritter der Tour de France 2011, hatte am Mittwochmorgen bereits sein Team verlassen. »Wir wollten verhindern, dass sich solche Szenen täglich ereignen«, begründete Radioshacks sportlicher Leiter Alain Gallopin mit Verweis auf das wogende Kamerameer die Entscheidung des Teams, den nominellen Kapitän (zuletzt 12. der Gesamtwertung) aus dem Rennen zu nehmen.

In dessen Abwesenheit gab Teamkollege Jens Voigt Auskunft über die Ereignisse. »Wir erfuhren beim Abendessen, etwa gegen 20.30 Uhr davon und waren sehr bestürzt. Natürlich sitzt man dann da und stellt Spekulationen an. Aber auch wir können es uns nicht erklären«, meinte der Berliner. Er verwies darauf, dass es sich »nicht um eine Sache von schwarz oder weiß« handele. »Wir müssen erst die Details abwarten«, forderte er.

Weil die Dopingkontrolle nach einer Flachetappe erfolgte, also nicht gerade einem Profil, bei dem der Kletterer für herausragende Leistungen in Frage gekommen wäre, könnten die Dopingkontrolleure aus besonderen Verdachtsmomenten ein Auge auf Schleck geworfen haben. Auffällig wurde er bereits im Rahmen der Fuentes-Affäre. Von ihm tauchten Zahlungen an den spanischen Dopingarzt auf. Das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Eine nd-Nachfrage bei UCI-Sprecher Enrico Carpani, ob der Blutpass Anlass der Kontrolle war, beantwortete der nur knapp: »Das war eine Wettkampfkontrolle. Mehr sage ich dazu nicht.«

Schleck selbst wählte die Verteidigungsstrategie des Fremdverschuldens. In einem im Internet verbreiteten Statement erklärte er: »Ich werde die Öffnung der B-Probe beantragen. Sollte diese das Resultat der A-Probe bestätigen, reiche ich Klage gegen Unbekannt wegen Vergiftung ein.«

Von der Tour de France reiste er dennoch ab. Der ASO-Streckenchef Jean-Francois Pescheux zeigte sich erfreut davon. »Das sorgt für Ruhe bei der Veranstaltung«, sagte er. Ruhe in Dopingfragen ist ein hohes Gut bei der Tour. Ein geeignetes Instrument gegen die Dopingrealität im Radsport ist Schweigen und Verschwinden allerdings nicht.

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