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Von Karin Leukefeld, Damaskus
20.07.2012

In Damaskus wächst die Unsicherheit

Der Anschlag vom Mittwoch treibt die Kämpfe auf eine neue Stufe

Während Russland und China im UN-Sicherheitsrat eine Resolution gegen Syrien am Donnerstag verhindert haben, nehmen die Kämpfe in Damaskus an Schärfe zu.

Nach dem Anschlag auf die militärische Führungsriege in Damaskus waren in der Nacht zum Donnerstag die bisher heftigsten Kampfgeräusche aus den Vororten im Südwesten der syrischen Hauptstadt zu hören. Die ganze Nacht über gab es Detonationen. Gewehrfeuer war im Vergleich zu den vorherigen Nächten seltener zu hören. Familien aus Kafar Suseh und Mezzeh im Westen der Stadt verließen am frühen Mittwochabend fluchtartig ihre Wohnungen, als sie Berichte von anrückenden bewaffneten Aufständischen und ersten Gefechtslärm hörten.

Über die fast ununterbrochen laufenden Satellitensender »Al Dschasira« und »Al Arabiya« setzten die Aufständischen Aufrufe und Videos ab, die aufgrund großer Verunsicherung bei Teilen der Bevölkerung unmittelbar zu Reaktionen führen. Allerdings strömen sie nicht auf die Straßen, um den Aufstand zu unterstützen, sondern um sich und ihre Kinder in Sicherheit zu bringen, sagte ein Familienvater. Er und sein Bruder hatten in einem kleinen Hotel im Zentrum der Stadt gleich eine halbe Etage für beide Familien gemietet.

Nachdem die Nachricht über den Tod von Verteidigungsminister Daud Radscheha, seinem Stellvertreter Assef Schawkat und Hassan Turkmani, dem Berater von Präsident Baschar al-Assad im Rang eines Vizepräsidenten, bekannt geworden war, hatten sich die Straßen im Zentrum der Hauptstadt rasch geleert. Viele Geschäfte schlossen, Unsicherheit über die Folgen des Anschlags war deutlich spürbar.

Unbestätigten Berichten zufolge sollen Regierungstruppen und Sicherheitskräfte massiv gegen Aufständische vorgegangen sein. In einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur SANA hieß es unter Berufung auf offizielle Quellen, viele Terroristen seien getötet und gefangen genommen worden.

Über das Internet verbreitete Videoaufnahmen zeigten Freudenfeiern über den Tod der Militärs in einigen Vororten von Damaskus. In der Provinz Idlib wurden an Kinder Süßigkeiten verteilt. In dem etwa 15 Kilometer entfernt liegenden Ort Jdeideh Artus berichteten Einwohner gegenüber »nd«, dass es am Mittwochabend Demonstrationen gegeben habe. Vom Turm der Moschee hätten unbekannte Männer über Lautsprecher die Bevölkerung aufgerufen, sich den Kämpfen gegen Assad und die Regierungstruppen anzuschließen. Die örtliche Polizeistation sei gestürmt und in Brand gesetzt worden.

Im Stadtteil Mazaken Barzeh, im Osten der Hauptstadt, hatten bewaffnete Aufständische schon Anfang der Woche ein Verlagshaus für die Verteilung von Büchern und Zeitschriften an Kioske und Buchhandlungen angezündet und völlig niedergebrannt. Beim Angriff auf das Umspannwerk in Kabooun zerstörten die Aufständischen drei Transformatoren durch den Beschuss mit Granatwerfern. Das syrische Elektrizitätsministerium gab den Schaden mit 300 Millionen Syrischen Pfund an, etwa 3,8 Millionen Euro.

Westliche Medien spekulierten derweil, ob Präsident Baschar al-Assad Damaskus bereits verlassen habe. Politische Beobachter in Damaskus hielten das für »ausgeschlossen«. Dass es von Assad bisher keine öffentliche Stellungnahme gebe, sei »nicht ungewöhnlich«. Neu sei vielmehr, dass die Information über den Anschlag am Vortag und den Tod der hochrangigen Politiker so rasch durch die syrischen Medien verbreitet wurde. General Robert Mood, der militärische Leiter der UN-Beobachtermission, äußerte bei einer Pressekonferenz am Donnerstagmorgen gegenüber den Familien sein tiefes Beileid über den Tod »aller Opfer, die bei den Anschlägen am Mittwoch getötet oder verwundet wurden«. Er rufe »alle Seiten auf, das Blutvergießen und alle Gewalt zu beenden und sich auf eine friedliche Lösung zu konzentrieren.« Als Militär wisse er, dass es »immer besser ist, den friedlichen Weg zu gehen, selbst wenn man den Krieg gewinnt«. Denn »jede Gesellschaft wird durch Krieg zutiefst beschädigt, durch den Erhalt des Friedens aber kann sie sich großartig entwickeln«. Mood wird für eine neue UN-Mission in Syrien nicht mehr zur Verfügung stehen.

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