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Von Klaus Joachim Herrmann
21.07.2012

Da muss man sich kümmern ...

Wirtschaftssenatorin von Obernitz präsentierte Ergebnisse des Masterplans

»Die Industriestadt Berlin ist im Kommen«, freute sich Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (für CDU) gestern vor Journalisten bei der Vorstellung von Ergebnissen des »Masterplans Industriestadt Berlin 2010-2020«. Dabei zeigte sie sich allerdings sehr vorsichtig bei der Antwort auf die Frage nach einer künftigen Ansiedlung von großen oder sogar Unternehmen, die im Deutschen Aktien Index (DAX) unter den Top-30-Unternehmen gelistet werden.

Die Senatorin verwies vage auf »verschiedene Konstellationen« und dass so etwas »passieren kann oder nicht«. An Berliner Voraussetzungen hatte sie wenig Zweifel. So sei es hier leichter als anderswo, gute Leute zu bekommen, gebe es freie Flächen. »Wir müssen es wenigstens versuchen«, lautete der dann doch leicht zuversichtliche Schluss.

Den Streit darüber, ob die Verwaltung wirtschaftsfreundlich sei oder nicht, nannte Frau von Obernitz eine »andauernde Diskussion«. Heftigen Klagen über Bürokratie in Berlin, wie sie unlängst aus einer Umfrage hervorgingen, begegnete sie mit dem Hinweis auf stets angestrebte Verbesserungen. Sie selbst sei ja »von außen« in die Verwaltung eingestiegen und habe vielfach ein sehr engagiertes Herangehen, Ideen, Gesprächsbereitschaft und die Suche nach Lösungen feststellen können.

Sie wolle, dass Verwaltungen besser zusammenarbeiten und sich frühzeitig abstimmen, betonte die Senatorin. »Da muss man sich kümmern, das geht nicht von selbst.« Ein Beispiel sei die Gestaltung des Wirtschaftsverkehrs in der Stadt. Hier kooperierten die Verwaltungen für Stadtentwicklung und Wirtschaft, auch Unternehmen würden eingebunden.

Insgesamt zähle Berlin inzwischen zu den Städten mit dem höchsten Wachstum. Der Rückfall durch die Krise sei ausgeglichen und das Wachstum nun stärker als zuvor. Die Exportquote sei mit der im Bund vergleichbar, das zeige das Potenzial der Industrie.

Dies lernen jetzt 20 Hospitanten aus der Verwaltung in Unternehmen besser kennen. Das können auch Berliner. Denn die Wirtschaftssenatorin möchte nach deren Erfolg nun immer eine »Lange Nacht der Industrie« anbieten.

Berliner Industrie im Jahr 2011

● Eine Bruttowertschöpfung von 9,3 Milliarden Euro entspricht 10 Prozent der Wirtschaftsleistung der Stadt.
● Betriebe ab 20 Beschäftigte erbrachten einen Umsatz von 
25 Milliarden Euro, der fast zur Hälfte im Ausland erzielt wurde.
● Die Exportquote liegt bei etwa 45 Prozent und fällt damit drei Mal 
so hoch aus wie Mitte der 90er Jahre.
● 105 000 Beschäftigte entsprechen einem Anteil von rund 9 Prozent aller Beschäftigten in der Hauptstadt.

(Angaben: Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung)

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