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Von Hans-Dieter Schütt
27.07.2012

Beuyser Bube

Person

Man kann Bayreuth viel vorwerfen, man kann sich immer wieder mahnend, fragend an seiner ruchvollen Geschichte, einer nie endenden Vergangenheit also, gewissensgut gütlich tun - künstlerisch freilich ist das Wagner-Festival längst in der Gegenwart angekommen. Das heißt: Es schwankt redlich zwischen Tradition und Trümmerung, zwischen Verehrung und Verstörung. Über die Jahre hin genommen, bilden dabei die Regisseure Heiner Müller, Christoph Schlingensief, Christoph Marthaler und (demnächst) Frank Castorf ästhetisch einen Volksbühnen-Strang. Der 2016 durch Jonathan Meese verstärkt wird.

Denn Meese bestückt nicht nur Ausstellungen zwischen Bielefeld und New York, er führte am Rosa-Luxemburg-Platz Regie. Meese ist Erbe. Von Hanswurst und Joseph Beuys. Seine Skulpturen sind Geschwüre eines irre flackernden Denkens; seine Malereien sehen oft aus, als wollten sie Tattoos auf Brustpanzern russischer Bass-Baritone werden; und sein Satz »Fleisch ist härter als Eisen« ist belegt durch Performances, die groben Unfug und Platzwunden mit Graffiti-Malereien horribler Spontaneität verbindet. Porno, Pop, Philosophie. Zahllose Pamphlete, Fotos, Aufrufe, Gedichte. Der Mann kann für nichts garantieren, schon gar nicht für sich. Er ist die Gliederpuppe, die sich das Unbewusste ausgedacht hat, um durch die Menschenwelt zu hampeln. Er betreibt (mit sich selbst) Körper-Verletzung, und, zack!, hebt sich schon mal ein Arm zum Hitlergruß. Bayreuth, freue dich!

In Tokio wurde er 1970 geboren, heute sind Berlin und Ahrensburg bei Hamburg seine Lebensorte. Und die Galerien weltweit jubeln und lassieren. Er ist von einer bezaubernden, geradezu spinnerten Schüchternheit, die im Moment all seiner Entäußerungen und Enthemmungen verschwindet - um die Welt vor das entscheidende Rätsel zu stellen: Wahrheit oder Wahnsinn?

Im Jahre 2016 soll er den »Parsifal« auf dem Grünen Hügel inszenieren. Bayreuth, so heißt es, sei der Spiegel, der den ewig jungen Wagner zeigt. Man darf gespannt darauf sein, was Scherben übrig lassen.

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