Von Heidi Diehl
28.07.2012

Eine Wucht

GELESEN

Sie seien »helle, heeflisch und heemdiksch« sagt man den Sachsen nach. Heemdiksche hat Franz Lerchenmüller ganz offensichtlich nicht getroffen, als er monatelang durch sächsische Gefilde reiste und den Leuten »uff de Gusche guckde«. Dafür jede Menge helle, heeflische, heimatverbundene wie traditionsbewusste Typen, die ihn so begeisterten, dass man beim Lesen von »Elbe, Erz & Königstein« fast den Eindruck bekommt, der Autor würde sich am liebsten hier irgendwo niederlassen. Was für ein Botschafter für Sachsen! Wobei die eigentlichen Botschafter ja genau jene sind, die der gebürtige Allgäuer so liebenswert porträtiert.

»Sachsen ist eine Wucht«, stellte Lerchenmüller bei seinen Recherchen begeistert fest. Was er draus machte, ist ebenfalls eine. Man hat einfach Spaß an den 30 kurzweiligen Geschichten über Land und Leute und bekommt so manchen Geheimtipp. Selbst wer bislang keinerlei Ambitionen hatte, sich in Sachsen mal umzusehen, beim Lesen kommen sie garantiert.

Nur einen winzigen Schönheitsfehler hat das Buch: Die Niederlausitz liegt nicht in Sachsen, sondern in Brandenburg. Der Verlag hätte hier getrost auf diese Geschichte verzichten und sie in einen hoffentlich irgendwann in seiner Reihe »Deutschlandreise« erscheinenden Brandenburg-Band stecken können.

Franz Lerchenmüller, »Elbe, Erz & Königstein - Erlebnistouren in Sachsen«, Schöning Verlag Lübeck, 5,95 €

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