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30.07.2012
aufgefallen

Geoingenieure ohne Freunde?

Zwei Meldungen aus den letzten Wochen lassen ahnen, dass es mit der Innovationsbegeisterung der Bundesregierung auch in eher klassischen Forschungsfeldern nicht so weit her sein kann. Zum einen berichtete der »Spiegel« über die Antwort auf eine kleine Anfrage der SPD-Fraktion im Bundestag. Danach verfolgt die Bundesregierung »keine Ansätze des Geoengineering«. Sie konstatiert, dass es »erhebliche Forschungsdefizite« gebe und man deshalb die Risiken kaum bewerten könne. Zum anderen schrieb die Berliner »Tageszeitung«, dass mangels Einnahmen aus dem CO2-Emissionshandel die Zahl der von der EU geplanten Pilotprojekte zur Deponierung von CO2 deutlich reduziert werden müsse. Die Projekte sollten zur Hälfte durch den Verkauf von CO2-Zertifikaten finanziert werden. Doch nun rächt sich, dass viel zu viele Zertifikate ausgegeben worden waren, so dass der aktuelle Marktpreis nicht einmal ein Drittel der bei Programmstart kalkulierten 20 bis 30 Euro erreicht.

Es zeigt sich: Nicht etwa bessere Einsicht, sondern schlichter Geldmangel verhindert weitere Projekte in diesem bei der Bevölkerung zum Teil sehr umstrittenen Feld. Dumm nur, dass die aus Schönwetterzeiten stammenden Finanzierungskonzepte nicht nur solche Forschungen beschränken, sondern inzwischen auch wesentliche Komponenten der Energiewende gefährden. Und sollte diese scheitern, bräuchte man tatsächlich noch einen Plan B. Doch ohne Forschung auf diesem Gebiet wird man nicht einmal erfahren, wo die tatsächlichen Risiken von CO2-Deponierung oder der Klimabeeinflussung durch Meeresdüngung oder künstliche Wolken liegen. Und da andere Länder - allen voran die USA - dergleichen ganz sicher versuchen werden, bräuchte man möglichst bald verlässliche eigene Einschätzungen und wissenschaftliche Daten, um bei eventuellen internationalen Verhandlungen über die Regulierung solcher Maßnahmen zur Klimabeeinflussung kompetent mitreden zu können, wie der nicht unbedingt für kritiklose Wissenschaftsgläubigkeit bekannte SPD-Abgeordnete René Röspel zu Recht anmerkt.

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