Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
Linker Journalismus gegen (geistige) Brandstifter.
Jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Hagen Jung
02.08.2012

Antifa will wieder blockieren

Rechtsextremisten marschieren in Bad Nenndorf / Anschlag auf Nazi-Gegnerin

Das beschauliche Kurstädtchen Bad Nenndorf in Niedersachsen wird am kommenden Samstag wieder einmal aus seiner erholsamen Ruhe gerissen. Neonazis wollen, wie seit 2006 alljährlich, durch den Ort marschieren. Antifaschistische Kräfte haben Gegenaktionen organisiert.

Wie verhasst dem braunen Mob der Widerstand vieler Bürger ist, musste die zweite Vorsitzende der Initiative »Bad Nenndorf ist bunt« dieser Tage erfahren: Durchs Fenster warfen Unbekannte einen schweren Stein ins Schlafzimmer der Frau. Wäre die engagierte Bürgerin von dem Wurfgeschoss getroffen worden, hätte sie vermutlich schwere Verletzungen davongetragen.

»Bad Nenndorf ist bunt« lässt sich von derlei Attacken nicht davon abhalten, auch in diesem Jahr mit kreativen Protestaktionen zu bekunden, wie unwillkommen alte und neue Nazis sind. Rund 1000 von ihnen werden am Samstag erwartet. »Trauermarsch« nennen die Nazis ihr Spektakel mit Blick auf diejenigen Deutschen, die nach dem zweiten Weltkrieg in einem britischen Internierungslager, in dem viele ranghohe Nazis einsaßen, in Bad Nenndorf misshandelt worden waren.

Unter dem Motto »bunt statt braun« wird bereits am Freitagnachmittag die Bad Nenndorfer Bahnhofstraße mit bunten Gegenständen aller Art »in ein Kunstwerk verwandelt«, kündigt die örtliche Initiative an. Im Mittelpunkt des Geschehens stehen am Samstag eine Demonstration und Kundgebungen. Sprechen werden unter anderem der Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Jürgen Trittin, und der Vorsitzende des NSU-Untersuchungsausschusses, Sebastian Edathy (SPD).

Unterstützt werden die Bad Nenndorfer bei ihrem Engagement unter anderem von SPD, CDU, Grünen, der LINKEN, von Gewerkschaften und Kirchen. Angesagt haben sich des Weiteren mehrere antifaschistische Gemeinschaften, beispielsweise die Initiative »Kein Naziaufmarsch in Bad Nenndorf«. Diese ruft zu massenhaften Menschenblockaden des Naziaufmarsches auf. Ähnlich den erfolgreichen Blockaden in Dresden oder Lübeck in diesem Jahr sei das Ziel, dass die Nazis keinen Meter laufen, heißt es auf der Homepage. Von den Blockaden werde »keine Eskalation« ausgehen. Antifaschisten aus Niedersachsen und weiten Teilen der Republik haben ihre Teilnahme an den Blockaden angekündigt.

Die Blockadeaufrufe von Antifagruppen, die den Marsch der Nazis stoppen wollen, sehen die Sicherheitsbehörden indes mit Bedenken. Der Präsident des niedersächsischen Verfassungssungsschutzes, Hans-Werner Wargel, befürchtet sogar »eine neue Stufe des Eskalation«, wie er gegenüber dem NDR erklärte.

Die Nazis planten unterdessen für Samstag offensichtlich eine Doppelstrategie: Sie wollten parallel zum Aufmarsch in Bad Nenndorf auch in Hannover solch einen braunen Spuk inszenieren. Dem hat die Polizei jedoch am Dienstag per Verbot einen Riegel vorgeschoben: Die Nazis dürfen nur eine Kundgebung am Busbahnhof der Landeshauptstadt abhalten.

www.bad-nenndorf-ist-bunt.com
www.badnenndorf-blockieren.mobi

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken