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Oliver Händler
02.08.2012

In Sicherheit

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Oliver Händler ist nd-Sportredakteur und berichtet aus London von den Olympischen Spielen.

Police Constable Murphy ist ein bisschen schüchtern. Der Umgang mit Journalisten ist ihr fremd. Sie rückt schnell noch Hemd und Hut gerade, obwohl ich keine Kamera in der Hand halte. »Die Spiele sind so aufregend. Das wird mir in meinem Leben nicht noch einmal passieren«, sprudelt es plötzlich aus ihr heraus. Die Polizistin ist genauso wie die Sportler enthusiastisch, im Athletendorf ihren Dienst zu tun, auch wenn sie abends zum Dienstende immer wieder raus muss. Vor ein paar Wochen habe sie sogar die olympische Fackel tragen dürfen, erzählt sie. Sie macht eher den Eindruck einer Olympiatouristin, wäre da nicht ihre Uniform.

Ihr Kollege auf der anderen Seite des Zauns trägt ein Sturmgewehr vor sich und schaut recht grimmig drein: Nein, er will nicht mit Journalisten reden. Er sieht aus wie ein Soldat. Irgendwie grotesk, da die Tausenden Militärangehörigen hier unbewaffnet ihren olympischen Dienst leisten.

Unbewaffnet arbeitet auch die vierfache Mutter und zweifache Großmutter Murphy: »Oh nein. Niemals! So ein Gewehr würde ich nicht tragen. So weit bin ich in meiner Ausbildung auch gar nicht gekommen«, sagt die Mittfünfzigerin. Sie ist erst seit drei Jahren Polizistin. Es scheint, als hätte auch die Polizei Probleme mit der Rekrutierung von Personal für die Spiele gehabt, ganz wie die private Sicherheitsfirma G4S. Nur hat man es offenbar frühzeitig bemerkt und schnell ein paar Leute wie PC Murphy eingestellt. Die können hier ein bisschen durchs Olympische Dorf patrouillieren.

Ohnehin sind die meisten Polizisten in London - mit Hüten wie dem auf obigem Foto - eher als Fotomodelle für Touristen unterwegs. Sie drücken sogar selbst auf die Auslöser. So putzig das aussieht, fragt man sich doch, warum knapp eine Milliarde Pfund für die Sicherheit ausgegeben wurden.

Fünf Minuten später erwische ich Murphy dann doch noch mit einer Pistole in der Hand - einer Laserpistole, um Temposünder zu überführen. Im Dorf fahren zwei, drei Busse und sonst nur Golfcarts umher. Sie lächelt mir zu: »Es sollen sich alle sicher fühlen. Auch Sie, Sir!« Thank you, Madam!

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