03.08.2012

Troika fährt mit Griechen Schlitten

Freie Fahrt nach Einigung in Athen auf Sparprogramm

Athen (dpa/nd). Unmittelbar nach der Einigung über das neue Sparpaket hat die griechische Regierung die Verhandlungen mit den Geldgebern aufgenommen. Finanzminister Ioannis Stournaras traf am Donnerstag die Experten der Troika von EU, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) in Athen, um sich über die Details des Sparprogramms von 11,5 Milliarden Euro zu verständigen. Der erfolgreiche Abschluss dieser Verhandlungen ist Voraussetzung für weitere internationale Hilfen an das pleitebedrohte Euroland.

Die Koalitionsregierung in Athen hatte sich am Vorabend auf das neue Sparprogramm geeinigt. Seit Wochen hatten die Parteispitzen über die von den Geldgebern Griechenlands geforderten zusätzlichen Einsparungen gestritten. Von diesem Sparprogramm und weiteren Reformen hängt ab, wie der Bericht der Troika ausfällt. Die Experten der Geldgeber prüfen derzeit in Athen die Bücher. Ihr Bericht soll im September vorliegen. Wie dpa aus Kreisen des konservativen Regierungschefs Antonis Samaras erfuhr, gelang die Einigung der Koalitionsspitzen erst nach einer turbulenten Sitzung. Samaras habe die Chefs von Sozialdemokraten (PASOK) und Demokratischen Linken (DIMAR) unter Druck gesetzt: »Es ist die letzte Chance. Leiten wir keine zusätzlichen Sparmaßnahmen ein, werden wir aus dem Euroland scheiden.« Die Staatskassen seien fast leer, spätestens im September gehe das Geld aus.

PASOK und DIMAR befürchten neue Demonstrationen und soziale Unruhen.