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Oliver Händler
07.08.2012

Schnell weg!

Manchmal verlässt einen das Reporterglück. Zwei Stunden wartete ich in der Mixed Zone auf Majed Aldin Ghazal. Doch als der syrische Hochspringer endlich kam, war er auch schon wieder weg. Er wollte nichts sagen. Er war soeben in der Qualifikation ausgeschieden, doch das war wohl nicht der Grund. Redselig sind die syrischen Athleten dieser Tage nie.

Das hat auch mit ihren Trainern zu tun. Gewichtheberin Thuraia Sobh stellte sich nur sportlichen Fragen. Sie wollte eine Bestleistung aufstellen. Das habe sie geschafft. Als ich sie nach der Familie zu Hause fragte, verschwand sie. Ihr Trainer hatte kurz zuvor ins Interviewareal gebrüllt. Einer Übersetzerin zufolge rief er: »Wenn du nicht sofort kommst, kannst du exekutiert werden!«

Vor den Stadien protestierten syrische Oppositionelle gegen den Start der Athleten. Sie würden nur ein unmenschliches Regime unterstützen. Hürdenläuferin Ghfran Almouhamad ficht das nicht an. Politik und Sport sollten nicht vermischt werden, sagt sie. Sie sei zum Laufen hier. Doch schon der nächste Satz klingt gar nicht mehr sportlich: »Wir stehen alle hinter Baschar al-Assad.«

Almouhamad ärgert sich über Fragen nach ihren Trainingsmöglichkeiten mitten im syrischen Bürgerkrieg. »Ist alles kein Problem«, sagt sie. Ihrer Familie gehe es auch gut. »Aber ich bin verletzt, deshalb habe ich die zweite Runde nicht erreicht«, versucht sie, auf Sport umzuschwenken.

Mein Übersetzer sagt, sie habe Angst. »Sie muss ja wieder nach Hause und hat Familie dort.« Wie so viele Nachrichten aus Syrien selbst ist auch das nicht verifizierbar. Almouhamad hat ebenfalls schnell das Weite gesucht. Es ist nur verständlich. Sie hat vier Jahre hart für ein Rennen trainiert. Deutsche Sportler werden ja auch nicht nach Angela Merkel gefragt.

Dass die Politik aber nicht am Stadiontor Halt macht, bewies mir der Trainer von Hochspringer Ghazal. Auch er wollte kein Wort sagen, als ich ihn im Zuschauerblock des Olympiastadions aufsuchte. Er hatte sich sicher gefühlt zwischen seinen Kollegen aus Russland und China. Als ich kam, verschwand auch er.

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