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09.08.2012

NPD-Rundfahrt soll Desaster werden

Die letzte Etappe der »Deutschland-Tour« führt die neonazistische NPD in die Region Berlin-Brandenburg. Antifaschistische Gruppen rufen deshalb dazu auf, die Lkw-Rundfahrt und Kundgebungen der Neonazis am Freitag auch in Potsdam und Berlin zu einem »Desaster« zu machen. »Die NPD darf für ihre Hetze keine Bühne bekommen«, sagt ein Sprecher der linken Kampagne »Zusammen handeln!« aus Berlin. Neben linken Gruppen rufen auch die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN/BdA) sowie Linkspartei und die Grünen am Freitag zu Protesten gegen die Rechten auf.

In Potsdam will die NPD mit ihrem als »Flaggschiff« bezeichneten 7,5-Tonnen-Transporter um 11 Uhr am Luisenplatz in Potsdam auftauchen. Das Bündnis »Potsdam bekennt Farbe« und die Grünen rufen zeitgleich zu einer Gegenkundgebung am Brandenburger Tor auf. »Für Parteien mit menschenverachtendem Gedankengut ist in Potsdam und ganz Brandenburg kein Platz«, sagt die Landesvorsitzende der Grünen, Annalena Baerbock. Für besonders bedenklich hält die Grünenchefin die Strategie der NPD, sich statt krudem Rassismus aktuelle Themen für ihre Propaganda zu eigen zu machen. In diesem Fall hochgradig populistische Forderungen zur EU-Politik, denen mit Sachargumenten zu begegnen sei: »Es ist in Deutschlands eigenem wirtschaftlichen Interesse, die Eurozone zusammenzuhalten«, sagt Baerbrock. Schließlich profitiere die deutsche Exportwirtschaft mehr als alle anderen von der gemeinsamen Währung.

Nach der Kundgebung in Potsdam wollen die Neonazis am Freitagnachmittag auch in Berlin eine Versammlung abhalten. Ein Polizeisprecher bestätigt gegenüber »nd« eine Anmeldung der NPD von 16 bis 19 Uhr in der Gorkistraße in Tegel. 30 Teilnehmer würden hierzu erwartet. Ab 15 Uhr hat an der Ecke Gorkistraße / Berliner Straße auch die VVN/BdA eine Gegenkundgebung angemeldet. Um gegebenenfalls auf eine Verlegung der Neonazis reagieren zu können, hat die Kampagne »Zusammen handeln!« überdies eine Demonstration vom Potsdamer Platz über Brandenburger Tor zum Alexanderplatz in Mitte angemeldet. Damit soll gewährleistet sein, dass man bei einem Ausweichen der Rechten ins Regierungsviertel ebenfalls Präsenz zeigen kann.

Aktuelle Informationen im Internet: www.berlin.vvn-bda.org

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