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Von Ralf Streck, San Sebastián
10.08.2012

Spanische Gewerkschafter greifen zur direkten Aktion

Lebensmittel aus einem andalusischen Supermarkt werden eigenhändig umverteilt

Eine Gewerkschaft in Andalusien macht Umverteilung praktisch. Rein in den Supermarkt, raus mit Lebensmitteln, die dann an Bedürftige weiter verteilt werden. Die bisher einmalige Aktion hat eine Debatte um die steigende Armut in Spanien entfacht.

Sie können auch anders: spanische Gewerkschaften. Um auf die steigende Armut aufmerksam zu machen, hatten sich am Dienstag Aktivisten der kämpferischen Andalusischen Arbeitergewerkschaft (SAT) in zwei Supermärkte begeben. Grundnahrungsmittel wurden angeeignet, um sie an bedürftige Familien zu verteilen. Seither bestimmt die Aktion die Diskussion im Land und spaltet auch die Vereinte Linke (IU), weil ein IU-Parlamentarier des andalusischen Regionalparlaments beteiligt war. Juan Manuel Sánchez Gordillo verteidigt die »Enteignung« als »notwendig« und kündigte weitere Aktionen an: »Jemand muss etwas tun, damit die Familien jeden Tag etwas zu essen bekommen«.

Der charismatische Bürgermeister von Marinaleda, einer nach kommunistischen Prinzipien organisierten Gemeinde, wird scharf angegriffen. Der sozialistische Chef der von der IU gestützten Regionalregierung, José Antonio Griñán, sprach von einem »barbarischen Akt«. Der IU-Chef der Region, Diego Valderas, kritisierte das Vorgehen, stellt sich aber hinter den Inhalt.

Zwei Personen wurden auf Anordnung des Innenministers Jorge Fernández Díaz festgenommen und Gordillo wird nun vorgeladen, obwohl er keinen der Supermärkte betreten hat. Die in Madrid regierende Volkspartei (PP) wirft Gordillo vor, sich hinter seiner »parlamentarischen Immunität« zu verstecken. »Er werde nicht fliehen«, kündigte er an und nannte den Innenminister einen »Franquisten«. Wie in der Franco-Diktatur, von der sich die PP nie distanziert hat, versuche man mit einem Angriff auf Führungspersonen die gesamte Bevölkerung einzuschüchtern.

Dass sich Madrid überhaupt mit einem solchen Vorfall behandelt, zeigt ihre Nervosität angesichts der dramatischen sozialen Lage im Land. Sie befürchte, dass Aktionen der »Rebellion« Schule machen, meint die SAT. Mitgenommen wurde letztlich nur der Inhalt von neun Einkaufswagen aus einem Mercadona in Écija. Carrefour in Arcos de la Frontera entschloss sich im Gespräch mit den Aktivisten, zwölf mit Nudeln, Reis, Linsen, Zucker, Kichererbsen und anderen Nahrungsmitteln gefüllte Einkaufswagen an drei Dörfer zu spenden. Mercadona erstattete Anzeige, da es sich um keinen großen Wert handelt, werden derlei »Diebstähle« eigentlich nur mit einer Geldstrafe geahndet.

Die SAT erklärt, währen Banken mit bis zu 100 Milliarden Euro gerettet werden, stürzen die Familien in die Misere ab. Mehr als 300 000 seien aus ihren Wohnungen geworfen worden, weil sie wegen Arbeitslosigkeit (in Andalusien 34 Prozent), die Miete oder Kredite nicht mehr bezahlen konnten. Steuerhinterzieher würden dagegen belohnt. Sie könnten mit einer lächerlichen Abgeltungssteuer von zehn Prozent ihr Schwarzgeld legalisieren, womit den Reichen »dutzende Milliarden Euro geschenkt werden«. Verhältnisse, gegen die die SAT nun aufbegehrt.

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