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Marcus Meier
11.08.2012
Anti-Kohlekraft-Bewegung

Jeder Tag kann ein Tag X sein

Fünf Thesen zum Stand und zu den Perspektiven der Anti-Kohlekraftbewegung


Wenn Hannelore Kraft am kommenden Mittwoch zwei weitere Kraftwerksblöcke des Braunkohlekraftwerkskomplexes in Grevenbroich-Neurath offiziell einweihen wird, dann muss sie nicht mit wirklich großen Widerstand rechnen. Das nunmehr größte (und wohl auch klimaschädlichste) Braunkohlekraftwerk der Welt wird aller Voraussicht nach in »würdigem« Rahmen gefeiert – begleitet allenfalls von einer kleinen Mahnwache. Man stelle sich das selbe Szenario mit einem weltgrößten Atomkraftwerk vor... Die meisten Klimaaktivisten, die derzeit noch im Rheinischen Braunkohlerevier verweilen, werden bis Mittwoch die Region verlassen und in der Lausitz gegen die Förderung und Verstromung der besonders klimaschädlichen Braunkohle protestieren. Noch ist die Anti-Kohlekraft-Bewegung nicht zu Massenprotesten fähig. Doch sie wächst. Und sie kann erste Erfolge aufweisen.
RWE-Elektroauto
Auch dieser RWE-PKW wird nicht mit »Autostrom« (was immer das auch sein mag!), sondern höchstwahrscheinlich mit Kohlestrom aufgeladen. Und der ist klimaschädlich.
These 1:
 Es droht ein Groß-Comeback der Kohlekraft. In beiden Volksparteien gewinnen die Pyromanen an Einfluss. Selbst wenn (wenn!) für neue Großkraftwerke ältere, noch (öko-)ineffizientere abgeschaltet werden sollten, wäre der Effekt negativ. Die Neue-Kraftwerke belasten das Klima auf Jahrzehnte, bei geringeren Laufzeiten würden sie sich schlicht nicht amortisieren. Sie können (im Gegensatz zu modernen Gaskraftwerken) nicht bei Bedarf flexibel hoch- und runtergefahren werden und so in einer Übergangsphase die Errneuerbaren Energien ergänzen. Im Gegenteil: Bei starkem Wind oder Sonnenschein stehen unflexible Grundlastbrummer der Sonne- und Windkraft bereits jetzt im Wege. 



These 2:
 Widerstand gegen den Bau neuer (Braun-)Kohlekraftwerke ist nötig. Der »zweite Energiekampf« (nach dem denjenigen gegen die Atomkraft) gewinnt – wenn auch noch zu langsam! – immer mehr Unterstützer. Die im Entstehen begriffene Bewegung hat in den letzten Jahren den Bau mehrerer Kraftwerke verhindern können, unter anderem in Köln, Querschied, Bremen, Bielefeld, Krefeld und Ensdorf. In diesem Sommer finden »Klimacamps« in allen drei großen Braunkohleregionen Deutschlands statt.

These 3: Kaum eine andere Maßnahme trägt dermaßen, dermaßen schnell und dermaßen nachhaltig zum Klimaschutz bei wie der erzwungene Nichtbau oder das erzwungene Abschalten von Kohlekraftwerken. Die Anti-Kohlekraft-Bewegung bräuchte nur einen Minimalkonsens (»Kein Kohlekraftwerk vor unserer Haustür – und auch nicht anderswo!«). Mit der Klimaproblematik lassen sich prinzipiell viele Menschen mobilisieren – und die Bewegung könnte, wenn beide Energiekämpfe zusammen geführt würden, von der Erfahrung und Mobilisierungskraft der Anti-AKW-Bewegung profitieren.

These 4:
 Zuletzt blockierten Kohlekraft-Gegner die Hambachbahn und damit den Nachschubweg der Kraftwerke Niederaußem und Neurath. Solche Aktionen könnten den Kraftwerksbetreibern perspektivisch sehr schnell sehr weh tun – wenn sie, dank größerer Beteiligung, ein paar Tage durchgehalten werden könnten. Die Kraftwerke brauchen Kohle, Kohle, Kohle. Schon kursiert das Gerücht, dass Niederaußem nach einer zwölfstündigen Blockade langsam heruntergefahren werden müsste. Betreiber RWE mag das nicht bestätigen – dementiert aber auch nur halbherzig. 


These 5:

Der nächste Castor kommt bestimmt, der nächste Kohletransport noch sicherer. Und vor allem: Der nächste Kohletransport findet alltäglich statt, was eine Mobilisierung erleichtert. Auf einen von außen vorgegebenen »Tag X« muss niemand warten.


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