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Von Karin Leukefeld, Damaskus
18.08.2012

Wieder Kämpfe um Damaskus

Friedliche Regierungsgegner rufen erneut zu Waffenstillstand auf

Einige südlich und westlich gelegene Vorstädte von Damaskus waren in der Nacht zu Freitag erneut Schauplatz einer massiven Militäroperation der syrischen Streitkräfte.

Die ganze Nacht waren im Zentrum von Damaskus Explosionen zu hören, offenbar wurde auch aus Hubschraubern mit Schnellfeuergewehren geschossen. Einer der betroffenen Vororte, Madamiya, liegt im Westen von Damaskus und gehört zu den Satellitenstädten, in denen die Konfrontation zwischen bewaffneten Aufständischen und der Armee kein Ende nehmen will. Viele Einwohner des Ortes nahe am alten Militärflughafen sind schon lange umgesiedelt. Der Flugplatz dient heute nach Auskunft von Anwohnern nur noch einer Hubschrauberstaffel. Auf seinem Gelände sollen aber viele Gefangene untergebracht sein.

Seit einigen Tagen schon haben die Militäroperationen in den Außenbezirken von Damaskus und in Satellitenstädten, die bis zu 20 Kilometer entfernt liegen, erheblich zugenommen. Hintergrund könnte nach Angaben eines Gesprächspartners in Damaskus sein, dass die Armee Nachschubwege unterbrechen und Lager und Unterkünfte der bewaffneten Aufständischen eliminieren will, ähnlich wie in Aleppo. »Monatelang waren Armee und Sicherheitskräfte wegen der UN-Beobachtermissionen zum Zusehen verurteilt«, sagt der Mann. »Die Aufständischen konnten ihre Positionen ausbauen und haben erhebliche Schäden an öffentlichen Gebäuden und der Infrastruktur angerichtet.« Dutzende Menschen wurden von den Rebellen ermordet, weil sie sich weigerten, mit ihnen zu kooperieren.

Das Nationale Koordinationsbüro für demokratischen Wandel (NCB) hat in Damaskus die bewaffneten Kräfte auf beiden Seiten aufgefordert, einem befristeten Waffenstillstand zuzustimmen. Sollten bestimmte Bedingungen erfüllt werden, könne das zu einer dauerhaften Einstellung der Kämpfe und einem nationalen Dialog in Syrien führen, erklärte der langjährige politische Gefangene Abdulaziz Al-Khair (NCB) im Gespräch mit der Autorin. Der Waffenstillstand solle möglichst »noch vor dem Eid-Fest« an diesem Wochenende beginnen, weil viele Menschen sich »wünschen, das Fest zum Ende des Ramadan wieder zu Hause feiern zu können«.

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