Krieg, Waffenlieferungen, Ausbeutung Fluchthelfer sind nicht das Problem.
Linker Journalismus gegen (geistige) Brandstifter.
Jetzt das »nd« unterstützen!
    • Online-Abo
    • Kombi-Abo
    • Print-Abo
    • App-Abo
    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit dem Online-Abo erhalten Sie Zugang zu allen Artikeln in elektronischer Form auf unserer Webseite und dazu das nd-ePaper. Zum Online-Abo
    Mobil, kritisch und mit Links informiert:
    neues deutschland als ePaper – und am Wochenende im Briefkasten!
    Prämie: Das nd-Frühstücksbrettchen. Der Wegbegleiter für den Start in den Tag.
    Zum Kombi-Abo

    Lesen Sie das »nd« wo und wann Sie wollen. Mit der nd-App erhalten Sie Zugang zur Zeitung in elektronischer Form als App optimiert für Smartphone und Tablet.

    Die nd-App gibt es für iOs und Android.

    Zum App-Abo
  • Per Überweisung:

    Stichwort: nd-paywall

    Berliner Bank
    IBAN: DE11 1007 0848 0525 9502 04
    SWIFT-CODE (BIC): DEUTDEDB110

    Ich habe bezahlt.

    Per Paypal

    PayPal

    Per Sofortüberweisung

    Sofortüberweisung

  • Ich beteilige mich mit einer regelmäßigen Zahlung

    Wir freuen uns sehr, dass Sie zu dem Entschluss gekommen sind: Qualitätsjournalismus zur Stärkung einer Gegenöffentlichkeit von links ist mir etwas wert!

    Mit ihrem solidarischen Beitrag unterstützen Sie linken unabhängigen Qualitätsjournalismus. Und: Sie unterstützen die Menschen, die sich selbst ein Abo nicht leisten können. Wir sind der Ansicht, dass Journalismus für möglichst alle zugänglich sein soll – deshalb bieten wir einen großen Teil unserer Artikel gratis zum Lesen und teilen im Netz an. Aber nur Dank der Abonnements und Zahlungen vieler Leserinnen und Leser können wir jeden Tag eine Zeitung produzieren: Gedruckt, als Onlineausgabe und als App.

    Turnus

    Meine Bankdaten

    Persönliche Angaben

    *Pflichtfelder
     
     
  • Ich bin schon Abonnent
    Login
  • Ich beteilige mich später
Von Martin Ling
31.08.2012

Massaker an Indigenen

Staatsanwaltschaft in Venezuela ermittelt gegen brasilianische Goldschürfer

Brasilianische Goldschürfer haben nach Angaben der Indígena-Organisation HOY im Süden Venezuelas bis zu 80 Yanomami-Indianer massakriert.

Die venezolanische Staatsanwaltschaft hat schnell reagiert: Am Mittwoch wurde ein Ermittlungsteam benannt, das ein mutmaßliches Massaker an Yanomami-Indígenas untersuchen soll. Zwei Tage zuvor hatte die HORONAMI Organización Yanomami (HOY) in Venezuela Staatsanwaltschaft, Ombudsman und Armee auf dieses Ereignis aufgemacht, das sich allem Anschein nach bereits Anfang Juli in einem abgelegenen Indigenen-Dorf im Amazonasgebiet auf venezolanischer Seite ereignet hat. Dort haben laut Zeugenaussagen brasilianische Goldschürfer, sogenannte Garimpeiros bei einem Angriff rund 80 Indígenas ums Leben gebracht. Dies geht aus dem Dokument von HOY hervor, das an den lokalen venezolanischen Militärkommandanten in der Region Puerto Ayacucho mit der Bitte um die Einleitung einer Untersuchung übermittelt wurde.

Luis Ahiwei von HOY sagte der Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch, die Garimpeiros hätten am 5. Juli unter anderem mit einem Helikopter angegriffen und ihr rundes Gemeinschaftshaus angezündet. Die Opfer seien bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Nur drei Indígenas hätten überlebt, weil sie auf der Jagd gewesen seien. Sie hätten die Leichen gefunden und über das Massaker berichtet. Ahiwei zufolge brach der Konflikt einige Tage zuvor aus, als die Garimpeiros junge Yanomami-Frauen zu sexuellen Zwecken verschleppten und die Ureinwohner sie wieder befreiten.

Es ist nicht das erste Massaker dieser Art. 1993 wurden 16 Indígenas getötet, als Minenarbeiter die Yanomami-Gemeinde Haximu in Brasilien angegriffen. Mehrere Bergarbeiter wurden wegen Genozids verurteilt.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte gestern: »Es ist wieder eine erschreckende Tragödie für die Yanomami - es reiht sich Verbrechen an Verbrechen. Alle Regierungen in Amazonien müssen die ausschweifenden illegalen Schürfarbeiten, die illegale Abholzung und Besiedlungen in den indigenen Gebieten stoppen. Es führt zwangsläufig zu Massakern an indigenen Kindern, Frauen und Männern.«

In Brasilien und Venezuela leben insgesamt rund 32 000 Yanomami im Amazonas-Gebiet rund um Alto Orinoco. Venezuelas Verfassung von 1999 erkennt das Recht auf Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerung explizit an und verbietet die Ausbeutung von Naturressourcen in deren Territorien.

Die Regierung setzt zuweilen selbst die Nationalgarde gegen illegale Goldschürfer ein, die sich zu Zehntausenden im Amazonas-Gebiet grenzübergreifend tummeln. 2010 kündigte der damalige Verteidigungsminister Carlos Mata Figueroa eine »langfristige Präsenz der Nationalgarde« in der Region an, um eine Rückkehr der Goldschürfer zu verhindern. Das hat nicht geklappt. In dieser abgelegenen Gegend sind der staatlichen Macht Grenzen gesetzt. Doch die Aufklärung der Geschehnisse im Juli darf daran nicht scheitern.

Artikel weiterempfehlen und ausdrucken