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Von Fabian Köhler
05.09.2012

»Deine Mutter baut Atombomben«

»Stop the Bomb« warnt vor Kriegsplänen Irans und verbreitet dabei selbst Kriegspropaganda

Die Kampagne »Stop the Bomb« gibt sich als überparteiliches Bündnis mit dem Ziel, auf friedlichem Wege die atomare Bewaffnung Irans zu verhindern. Doch verstärkt rufen ihre Protagonisten selbst zum Krieg und bestimmen zunehmend die Iran-Debatte in Deutschland.

Deutlicher kann ein Nein nicht klingen. »Zu Stop the Bomb sagen wir nichts!« »Auch nicht anonym«, endet wieder ein Telefongespräch. Einmal ist es der Vertreter eines persischen Kulturvereins, ein anderes Mal ein deutscher Unternehmensberater oder ein iranischer Gebrauchtwagenverkäufer, der schnell wieder auflegt: Aus Angst vor einer Gruppe, die dem Frieden verpflichtet zu sein scheint.

Es fällt schwer, die vor fünf Jahren in Österreich gestartete Kampagne als bedrohlich wahrzunehmen. »Unterstützung für Menschenrechte und eine säkulare Demokratie« steht auf ihrer Webseite. Sie warnt vor dem iranischen Atomprogramm und verlangt schärfere Sanktionen gegen das Land. Einen Klick weiter werben die Hamburger Schauspielerin Iris Berben und Stuttgart-21-Vermittler Heiner Geißler mit ihren Namen für das Projekt. Manchmal sieht man Unterstützer von »Stop the Bomb« auf Demonstrationen. Dann weht neben der Israel- die Regenbogenfahne, das Symbol der Friedensbewegung.

»Aber nennen Sie meinen Namen nicht«, nennt eine deutsch-iranische Geschäftsfrau ihre Bedingungen. »Stop the Bomb« kenne sie, sagt sie. »Leider!« Frau S. hat einmal an einer Veranstaltung zum iranischen Gesundheitssystem teilgenommen. Damals klingelte zuhause unablässig ihr Telefon. Mehrere Männer standen zeitgleich erst vor ihrer Wohnungstür und dann vor ihrer Tochter. »Sie bedrängten sie, sie ins Haus zu lassen«, erzählt Frau S. Beweise, dass die Männer mit »Stop the Bomb« in Kontakt standen, hat sie keine. Doch was sie ihrer Tochter erzählten, war derselbe unbegründete Vorwurf, der sie tags zuvor in einem Fax von »Stop the Bomb« erreicht hatte: Sie würde in Iran Atomwaffen bauen.

»Nicht unser Stil«, weist »Stop the Bomb«-Sprecher Jonathan Weckerle die Vorwürfe zurück. Man setze auf öffentlichkeitswirksame Kampagnen und habe damit unter anderem Auftritte des iranischen Botschafters in Deutschland dauerhaft verhindern können. Als Erfolg will er dies nicht verstanden wissen. Zu groß sei die Bedrohung des »weltweit revolutionären Programms« Irans.

Diffamierung statt Aufklärung

»Alles deutet darauf hin, dass Iran nach Atomwaffen strebt«, ist Weckerle überzeugt. Da seien sich alle westlichen Geheimdienste einig. Doch gerade diese widersprechen der proklamierten Gewissheit von »Stop the Bomb«. Bis heute gebe es keine handfesten Beweise dafür, dass Iran Atomwaffen entwickelt, sagte erst im Januar dieses Jahres James R. Clapper vor dem amerikanischen Senat. Clapper ist Direktor aller 16 US-amerikanischen Geheimdienste. Über 20 ähnliche Erwähnungen zählte der Hamburger Politikwissenschaftler Mahmoud Ayad in den Berichten der Internationalen Atomenergieorganisation. Weckerle verunsichert das nicht: Eine UN-Organisation sei eben gezwungen, diplomatisch zu formulieren, sagt er.

Der Politikwissenschaftler ist einer der Wenigen, die öffentlich »Stop the Bomb« repräsentieren. Die ganze Kampagne basiere lediglich auf drei bis vier Personen, sagt der Berliner Anwalt Eberhardt Trempel. Auf anonymen Webseiten verbreite »Stop the Bomb« Fehlinformationen und diskreditiere missliebige Personen. Eine von ihnen ist sein Mandant Kourosh Pourkian, Präsident des »Bundes Iranischer Unternehmen in Hamburg«. Leute wie er sind es, gegen die sich die Kampagne hauptsächlich richtet. Pourkian war im Jahr 2010 beteiligt an der Planung einer deutsch-iranischen Begegnungsstätte. Mit Atomwaffen hat Pourkian ebenso wenig zu tun wie Frau S. »Stop the Bomb« störte, dass in das »Iran-Haus« neben deutschen auch iranische Fördergelder fließen sollten.

Als sich Pourkian vor zwei Jahren mit anderen Unternehmern in einem Hamburger Tagungshotel traf, demonstrierten draußen Aktivisten von »Stop the Bomb«. Auf einem Transparent bezeichneten sie die Anwesenden als »Ahmadinedschads Schlächter«. Immer wieder forderten sie den Hotelbetreiber auf, die Veranstaltung abzusagen. Dieser weigerte sich und landete auf einer amerikanischen »Liste der das iranische Regime unterstützenden Unternehmen«. »Über mich wurde zeitgleich auf verschiedenen Seiten im Internet in deutscher und persischer Sprache veröffentlicht, ich arbeite für die iranische Regierung, treffe mich mit Ahmadinedschad«, empört sich Pourkian.

Kriegstreiberei zum Mitmachen

Dutzende solcher Aktionen listet die Webseite der Gruppe auf. Diskussionsabende mit Iranern in Deutschland, Reisen von Bundestagsabgeordneten in den Iran, die Beratung eines deutschen Unternehmens zur iranischen Gasförderung: Fast immer werden auf Intervention von »Stop the Bomb« Geschäfte eingeschränkt, Reisen gestrichen oder Veranstaltungen abgesagt. »Sie können heute in Deutschland keine Veranstaltung mehr zum Thema Iran machen, ohne von ›Stop the Bomb‹ bombardiert zu werden«, sagt Pourkians Anwalt Trempel.

Die Stärke der Kampagne, sind sich Kritiker und Unterstützer einig, besteht im Netzwerk der Gruppe. Vor kurzem unterschrieb die 7000. Person die Erklärung der Kampagne. »Wir sind offen für jeden, aber kein Sammelbecken für Rechtspopulisten und Islam-Basher«, versichert Weckerle. Und doch finden sich gerade von jenen auffällig viele in der Liste: Die Ikone aller Islamophoben in Deutschland, Henryk M. Broder, steht ebenso unter dem Aufruf wie die Webseite »Honestly Concerned«, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Israelkritiker öffentlich zu diffamieren. Konservative Politiker wie Philipp Mißfelder und Wissenschaftler wie der Bundeswehr-Historiker Michael Wolffsohn unterschrieben die Kampagne. Aber auch Antifa-Gruppen, die LINKEN-Politikerin Petra Pau und die Bundespräsidentschaftskandidatin der LINKEN, Beate Klarsfeld finden sich in der Liste. »Parteiübergreifend«, heißt das in der Selbstbeschreibung der Kampagne, »Querfront der Islamhasser«, nennen Kritiker das Bündnis.

Atomwaffen gegen Iran

Seit ihrer Teilnahme an der Konferenz taucht auch Frau S.' Name im Internet immer wieder im Zusammenhang mit dem iranischen Atomprogramm auf. Ihr kleines Unternehmen, welches in das iranische Gesundheitssystem investierte, hat sie in Folge des nächtlichen Besuches aus Angst aufgelöst. Dass das Risiko für jede Firma, die mit Iran in Kontakt steht, in die Höhe getrieben wurde, wertet Weckerle als Erfolg. Ein Krieg könne nur durch die »vollständige Isolierung« des Landes vermieden werden.

Doch wie weit entfernt »Stop the Bomb« von einem Friedensaufruf ist, zeigen nicht zuletzt öffentliche Auftritte von Vertretern der Kampagne. Gespräche mit Iran werden als alliierte Appeasement-Politik gegenüber Nazi-Deutschland verteufelt und auf Anwendung militärischer Gewalt gedrängt. Ein Erstunterzeichner des Aufrufs, der Historiker Benny Morris, forderte auf einer Konferenz von »Stop the Bomb« gar die Bombardierung Irans mit Atomwaffen. Widersprochen hat ihm bisher bei »Stop the Bomb« niemand.

16 Kommentare

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  • Sissyfuss / 04. Sep 2012 20:18

    Ist das der Fabian Köhler von „unique“?

    Das würde ja einiges an diesem wunderlichen Beitrag erklären.

    (Wahrscheinlich nötiger Disclaimer: Ich habe gegen „Stop the Bomb“ eine ganze Menge einzuwenden. Aber in puncto Stimmungsmache zieht dieser Artikel locker mit denen gleich.)

  • guenter1952 / 04. Sep 2012 20:26

    StoptheBomb ist ein Mittel der Kriegspropaganda und der

    psychologischen Kriegsvorbereitung. Das Politiker der LInken in DEutschland sich daran beteiligen, ist mehr als betrüblich.
    Auf die Beteiligung von Petra Pau habe ich auch hier schon öfter hingewiesen.
    Zitat:
    .In absehbarer Zeit droht die Islamische Republik Iran über Atombomben zu verfügen.... ...Das Ziel, die islamische Revolution weltweit zu verbreiten, der Besitz von Langstreckenraketen und die weltweite Förderung und Aufrüstung islamistischer Kräfte wie der Hisbollah machen das iranische Atomprogramm zu einer globalen Bedrohung..... ...Um die iranische Bombe zu stoppen, muss das Regime gezielt politisch und wirtschaftlich unter Druck gesetzt werden.... ...Wer mit dem unberechenbaren iranischen Regime Geschäfte macht, unterstützt die Unterdrückung der iranischen Bevölkerung, den internationalen Terrorismus und die atomare Aufrüstung des Iran, die antisemitische Hetze und die Leugnung des Holocaust.... .... Wir fordern von der Bundesregierung: den Erlass von unilateralen Sanktionen, die solche Geschäfte (mit dem Iran d.V.) unterbinden, die Forcierung wirksamer und umfassender Sanktionen auf EU- und UN-Ebene...." Unterschrift: Petra Pau. Alle Zitate aus "Stop the Bomb".

    Als ich vor der letzten Bundestagswahl Frau Pau über Kandidatenwatch fragte, welche Beweise oder Belege für eine militärische Nutzung der Kernenergie durch den Iran sie den habe, bekam ich nur Antworten, die mit meiner Frage nichts zu tun hatten.
    .
    Hr.Gysi ist auch nicht ohne: an der Rednertribüne im Bundestag äusserte er: "Ich glaube auch, das der Iran an der Entwicklung der Atombombe arbeitet....."
    .
    Ja, so beteiligen sich leider führende Politiker der LInken an der Vorbereitung eines Krieges.
    Schade.

  • MeryemAzimi / 04. Sep 2012 21:20

    Stop the bomb woanders

    Es ist wirklich bedauerlich, dass sich so viele Politiker und Personen des öffentlichen Lebens zur Unterstützung dieser Kampagne verleiten lassen. Auf den ersten Blick liest sich natürlich "Stop the bomb" absolut einleuchtend. Aber wer ein bisschen informiert ist, weiß doch, dass es die iranische Atombombe noch nicht einmal im Bau gibt - ob jemand davon träumt, können wir nicht wissen, aber Beweise gibt es keine gegen Iran.
    Allerdings immer wiederholte Ablehnung atomarer Bewaffnung durch das Staatsoberhaupt.
    "Stop the bomb" ist aber nicht die einzige fragwürdige Organisation, die sich angeblich für Bürgerrechte in Iran und gegen Krieg einsetzt. Hier mischen auch noch ehemalige Terroristen der MEK mit. Auch diese bekommen blauäugige Unterstützung von Politikern.
    Gibt es noch ein Land auf der Welt, bei dem sich die Politik so wenige Mühe gibt, Informationen zu überprüfen, bzw. überhaupt fundierte Infos erst zu bekommen? Eigenartige Reflexe gehen beim Thema Iran ab, die leider nicht nur ärgerlich sind, sondern auch noch zur Kriegsvorbereitung beitragen. Die Bombe muss ganz woanders gestoppt werden: Israel plant einen völkerrechtwidrigen Angriff auf Iran!
    irananders.de/en/analytics/einzelnews-home/article/das-voelkerrecht-und-ein-angriff-gegen-irans-atomanlagen.html

  • dascha06 / 04. Sep 2012 22:25

    Linke Zeitung sollte auch genannte LINKE um Stellungnahme bitten

    Wie ja im Text erwähnt ist unsere LINKE Bundestagsvizepräsidentin mit von dieser Partie, die diesen Aufruf und sein unsägliches Gebahren mitträgt. Ich finde das nd sollte da mal konkret um eine persönliche Stellungnahme der Genossin bitten.

  • Eton / 05. Sep 2012 10:30

    Re: Linke-Autoren in linker Zeitung

    Liebe/r Dascha06, seit Ende des Sozialistengesetzes am 30. September 1890 schrieben „führende Genossen“ der SPD regelmäßig offen und engagiert für das „einfache Volk“. Bekannt sind heute noch solche Autoren wie Wilhelm Liebknecht, August Bebel, Franz Mehring und Rosa Luxemburg. Ab 1894 nutzten sie dazu verstärkt die Leipziger Volkszeitung, eine der wichtigsten Zeitungen der Sozialdemokratie mit überregionaler Bedeutung und erzielten damit eine große Reichweite.
    Die PdL hat das einmalige Glück, mit dem ND ebenfalls ein gestandenes und modernes überregionales Print- und Onlinemedium zur Verfügung zu haben. Jedoch scheinen bei ihren „führenden Genossen“ die Möglichkeiten und die Notwendigkeit deren intensiver Nutzung noch nicht angekommen zu sein. Es ist sehr zu begrüßen, dass sich der neue Chefredakteur Tom Strohschneider wohltuend darin unterscheidet und hoffentlich bald erreicht, dass weitere Genossen ihm bereitwilliger folgen.
    Dazu beitragen könnte auch der Gedanke, dass man hier nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen muß und trotzdem verstanden wird und außerdem ganz nebenbei oft eine schärfere Sicht auf die Dinge bekommt.

  • benkrg / 05. Sep 2012 12:29

    Kritik an Fabian Köhler sowie dem Artikel

    Eine ausführliche Kritik an dem Artikel und Autor findet sich hier:

    freeirannow.wordpress.com/2012/09/05/eine-journalistenkarriere/

    Warum es richtig ist die STB-Kampagne zu unterstützen und diese alles andere als "Kriegstreiberei" bedeutet, hat der BAK Shalom schon vor längerer Zeit erklärt. Diese Erklärung findet sich hier:

    bak-shalom.de/wp-content/2008/11/warumstb_beschlussbakshalom081115hannover.pdf

  • benkrg / 05. Sep 2012 12:50

    weitere Kritik an Herrn Köhler aus Jena

    http://www.jenapolis.de/2009/11/die-jenaer-hochschulzeitschrift-unique-muss-sich-von-ihrem-redaktionsmitglied-fabian-koehler-trennen/

    "Der gerade aufgedeckte Email-Kontakt zwischen dem Chefredakteur der ‚Unique‘ Fabian Köhler und dem Jenaer Neonazi Nico Schneider zeugt davon, dass es zwischen den beiden einen engen Kontakt gab. Unter diesem Licht besehen, ist der Skandal um das Nazi-Interview in der Ausgabe 45 der ‚Unique‘ von höchster Brisanz. Es stellt sich die Frage, wollte Köhler einem Gesinnungsgenossen eine Plattform bieten?"

    u.v.m.

  • Eton / 05. Sep 2012 13:08

    Re: Kritik an der Kritik von BenKrg

    Und auch das ist nichts Neues, @BenKrg:
    Wenn es an Argumenten fehlt, dann muß man eben den Autor beschädigen. Nicht nur, dass du uns in der verlinkten pdf-Datei trotz wiederholter Richtigstellung, z. B. auch in diesem Thread,
    www.neues-deutschland.de/artikel/220930.krieg-als-ablenkung.html#c15904
    die Achmadinedschad-Aussage bezüglich Israels wieder sinnentstellend anbietest, auch ein denunziatorischer Seitenhieb gegen das ND ist dir offensichtlich großzügig entgangen (sonst hättest du das wohl kommentiert?). Wessen Geschäft betreibst du also?
    Trotzdem halte ich es für sehr sinnvoll, auf die geäußerte Kritik am Autor seitens der Redaktion umgehend zu reagieren.

  • Rene-Tenz / 05. Sep 2012 13:11

    Re [2]: Linke-Autoren in linker Zeitung

    Lieber Eton,
    Natürlich sind Deine Anregungen stichhaltig,für mich nachvollziehbar - kurz ich bin gleicher Meinung.
    Was dem entgegenstehen könnte?
    Vielleicht eine verfehlte Marketing - Strategie.
    Da geht es um Marktsegmente,Leserschaft,potentielle Leser,Kaufkraft und das alles unter den gegenwärtigen Marktbedingungen,verändernden Leseverhaltens in Zeiten neuer Medien.Das Anzeigengeschäft nicht zu vergessen.
    Allerdings hatten die Linken Traditionsblätter der Sozialdemokraten und Kommunisten auch ihre Existenzprobleme.
    Den Artikel halte ich für fragwürdige Stimmungsmache in Wahlkampf -Zeiten.Unser bekennender Antikommunist sieht sich veranlasst,die Linken Unterzeichner bei"No Bomb",nein,gleich die ganze Linke der Kriegsvorbereitung zu zeihen.Witze dieser fragwürdigen Färbung werden demnächst Wahlkampf-Konjunktur haben.
    Die Linke ist gegen Atomwaffen und konsequente Antikriegspartei.Wenn Bündnisse/Verbindungen diesem Anliegen mehr Schaden zufügen als nutzen,darf neu nachgedacht werden.Dabei bitte die 20(evt.mehr?)Atomwaffen in Deutschland nicht vergessen.
    MsG Rene-Tenz

  • Ani-metaber / 05. Sep 2012 13:12

    Re: weitere Kritik an unsachlicher Kritik

    Eine „Plattform“ sollte man jedenfalls nicht entstellenden Nachrichten geben, wie der, mit dem Titel :

    „Kloster in Israel beschmiert“

    „...Unbekannte haben in der Nacht zum Dienstag in Israel die Holztür eines Klosters in Latrun westlich von Jerusalem abgebrannt und das Gebäude mit antichristlichen Parolen beschmiert. »Jesus ist ein Affe«...“
    www.neues-deutschland.de/artikel/237597.kloster-in-israel-beschmiert.html?sstr=Israel

    Das Kloster von Latrun liegt gar nicht in „Israel“, sondern ist wie die ganze Region von Latrun Bestandteil des Westjordanlandes....

    Dies ist auf jeden Fall konkreter und belastbarer recherchierbar, als fragliche
    E-Mail-Kontakte (wer hat sich wo bei wem gemeldet ?)
    und die ohnehin dummen Vorwürfe,
    israelkritisch zu sein, oder eine „Hamasnähe“ zum Vorwurf zu machen,
    bei denen der Anwurf schon besagt, dass man dies getrost als Versuch, mit Dreck zu schleudern, abtun darf.

  • Herder68 / 05. Sep 2012 13:36

    Kein Beitrag zur Lösung des Nahost Konfliktes

    @benkrg

    Der angegebene Link zur Kritik des Artikels ist ein Witz, denn er enthält ausschließlich eine Herabsetzung der Person und ist frei von Argumenten. Ich kenne den Autor nicht und kann mich daher nur an dem Inhalt des Artikels orientieren. Die Lage im Nahen Osten ist aufgrund der inneren und äußeren Aggression gegen Syrien kompliziert genug. Jeder weiß, dass als nächstes Iran fallen soll, damit sich die globalen Machtstrukturen in diesem Gebiet endgültig zugunsten der USA und Israels wandeln. Andererseits wäre es nicht zu akzeptieren, dass mit dem Iran eine neue Atommacht in diesem sensiblen Teil der Welt entsteht, aber so lange keine Beweise vorliegen, wäre ein Präventivschlag gegen Iran ein Kriegsverbrechen. Genau so wenig ist es akzeptabel, dass Israel über Atomwaffen verfügt. Wenn STB auch zum Boykott Israels aufrufen würde wegen deren Atompolitik, könnte ich echte Besorgnis herauslesen, so ist es eine einseitige politische Kampagne. Linke Politiker sollten auf jeden Fall vermeiden, in irgendeiner Form als direkter oder indirekter Kriegstreiber gegen Iran aufzutreten. Eine einseitige Stellungnahme zugunsten Israels verbietet sich schon solange, wie die Boykottpolitik Israels gegenüber einer 2 Staaten Lösung mit den Palästinensern und damit gegen eine Voraussetzung für die Lösung des Nahostproblems anhält.

  • Fabian.Koehler / 05. Sep 2012 14:07

    Vorwürfe

    @Eton (und alle anderen), um deinem berechtigten Wunsch nach Klärung der Vorwürfe nachzukommen, ein paar Klarstellungen:

    Die Vorwürfe stammen aus dem Jahr 2009 (damals war ich Chefredakteur der Jenaer Studenten-Zeitschrift Unique) und sind insofern Sie mir die Nähe zu irgendwelchen rechtsextremen Positionen unterstellen damals wie heute unbegründet.

    In der Debatte, die im Laufe des Jahres immer wieder aufflammte, ging es um vieles (Israel Islamophobie, Antisemtismus, Pressefreiheit...), vor allem aber um ein Interview mit einem Jenaer Nazi. Um es kurz zu machen: Das Interview war inhaltlich wie journalistisch eine Katastrophe. Heute, mit dem Abstand aus drei Jahren journalistischer Erfahrung, muss ich sagen, dass wir nicht nur journalistisch dilettantisch sondern auch im Umgang mit Rechtsextremismus ziemlich naiv waren. Schon damals haben wir uns von dem Interview distanziert, heute würde ich das noch viel deutlicher tun. Ironischerweise ist die Unique eine Zeitschrift, die sich ansonsten fast ausschließlich mit antirassistischen, interkulturellen... Themen befasst.

    Der zweite Teil der Vorwurf - ich sei mit Nazis befreundet - bezieht sich darauf, dass der interviewte Nazi und ich noch einige Monate in Kontakt standen. Wie auch aus dem später gehackten E-Mail-Verkehr hervorgeht, diente der interviewte Nazi uns als Kontaktmann in die Jenaer Nazi-Szene, wodurch auch ganz brauchbare Artikel zustande kamen. Vor allem anlässlich Artikeln, die sich kritisch mit Israel, Islamophobie etc. befassen, werden die Vorwürfe leider immer wieder hervorgeholt. Ehrlicher wäre es damals wie heute sich mit dem Inhalt der Artikel zu befassen. In diesem Sinne, freue ich mich auf eure Diskussionsbeiträge...

  • Eton / 05. Sep 2012 15:29

    Re:Einige Rechercheergebnisse

    Danke, @Fabian.Koehler, für dieses rasche und ehrlich klingende Statement! So ungefähr, jedoch verbunden mit einem Machtkampf zwischen einzelnen Studentengruppen, hatte ich's auch eruiert - wobei sich scheinbar „Linke“ oder „Antifas“ CDU-nützlich verhielten. Nach dem Motto „Wer suchet, der findet!“ wurde der Forderung der „Deutsch-Israelische Gesellschaft ...“ [einer Freundin des BAK Shalom ?] mit Tricks genüge getan und unprofessionelles Verhalten eines Anfängers gnadenlos im eigenen Interesse ausgenutzt.
    Um mir ein vorläufiges Urteil zu bilden, hatte ich vorsorglich schon recherchiert. Hier nur die ausgewählten Links zu Beiträgen von jenapolis.de und meine Notizen, die vielleicht das Nachvollziehen erleichtern.:
    [quote]Nicht zum ersten Mal versucht der StuRa, Hochschulmedien aufgrund missliebiger Äußerungen mundtot zu machen. Die beschlossene Mittelkürzung ist nichts anderes als ein Zensurversuch. Den Vorwurf des Antisemitismus weisen wir entschieden zurück. Auch in den vorherigen Ausgaben haben wir das komplette Gegenteil bewiesen. Die UNIQUE steht für Toleranz, Interkulturalität und Weltoffenheit – aber eben auch für unzensierte und undogmatische Meinungsvielfalt, für freie Berichterstattung ohne Tabuthemen. Dazu gehört auch, dass wir bei kontroversen Themen wie dem Nahost-Konflikt möglichst viele Beteiligte aller Seiten zu Wort kommen lassen.[/quote]
    Quelle: www.jenapolis.de/2009/04/unique-jena-wehrt-sich-gegen-kritik-wegen-strittiger-artikel/

    www.jenapolis.de/2009/11/stellungnahme-des-aktionsnetzwerks-jena-zur-unique/

    Wer fordert den „Abschuss“ ?
    www.jenapolis.de/2009/11/die-jenaer-hochschulzeitschrift-unique-muss-sich-von-ihrem-redaktionsmitglied-fabian-koehler-trennen/

    So wird’s gemacht:
    www.jenapolis.de/2009/11/studentische-vollversammlung-der-fsu-jena-massenmeinungsbild-zur-unique-kontroverse/

    und
    www.jenapolis.de/2009/11/jenaer-interkulturelle-hochschulgruppen-kritisieren-umgang-mit-der-unique/

  • Fabian.Koehler / 05. Sep 2012 15:35

    links

    @Eton der volltständigkeit halber: unter dem wiki-eintrag der unique, gibts noch ein paar (vor allem kritische) beiträge: de.wikipedia.org/wiki/Unique_(Zeitschrift)

  • benkrg / 14. Sep 2012 19:35

    Stellungnahme der STB-Kampagne

    Findet sich hier:

    de.stopthebomb.net/de/text-audio-und-video/texte-aus-der-stb-koalition/neues-deutschland.html

  • benkrg / 14. Sep 2012 19:38

    Re: Vorwürfe

    Und was ist mit dem Interview mit dem Hamas-Anhänger Khalid Amayreh? Gibt es dafür auch eine passende Rechtfertigung?

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