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Von Karin Leukefeld
24.09.2012

Syriens Opposition im Streit

Konferenz in Damaskus / Freie Syrische Armee verlegt Kommandozentrale

Eine Oppositionskonferenz »Für die Rettung der Heimat« fand am Wochenende unter starken Sicherheitsvorkehrungen in Damaskus statt. Derweil starben laut Oppositionsangaben im ganzen Land über 200 Menschen bei Gefechten.

Ursprünglich hatten 28 syrische Oppositionsgruppen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland ihre Teilnahme an der Konferenz zugesagt, auf der gemeinsame Strategien für einen Waffenstillstand in Syrien erarbeitet werden sollten. Nachdem es im Vorfeld wiederholt zu Differenzen gekommen war, kamen schließlich 16 Oppositionsgruppen in einem Hotel in Damaskus zusammen. Unter den Teilnehmern waren auch die Botschafter Russlands und Irans, beide Staaten hatten für die Sicherheit der Konferenz Garantien gegeben.

Vorbereitet worden war das Treffen unter anderem vom Nationalen Koordinationsrat für Demokratischen Wandel (NCC), einem Zusammenschluss verschiedener Oppositionsgruppen in Syrien. Die Gruppe hatte Ende August sowohl die syrische Armee als auch die bewaffneten Gruppen zu einem Waffenstillstand aufgerufen und dafür einen vier Punkte umfassenden Plan vorgelegt, der unter der Aufsicht der UN-Mission in Damaskus umgesetzt werden sollte. Während viele Oppositionelle in Syrien den Aufruf begrüßten, wurde er von der Freien Syrischen Armee (FSA) und dem Syrischen Nationalrat umgehend abgelehnt. Schon im Vorfeld der Konferenz »Für die Rettung der Heimat« hatte sich auch die Bewegung »Den Syrischen Staat aufbauen« um Louay Hussein und Mouna Ghanem zurückgezogen, weil es »um die Zusammenarbeit der demokratischen Kräfte« gehen sollte, nicht »um die Vereinigung der Opposition oder politische Polarisierung.«

Andere Teile der syrischen Regimegegner bereiten sich derweil auf die bewaffnete »Befreiung« der syrischen Hauptstadt vor. Dafür habe man die Kommandozentrale von der Türkei in »befreite Gebiete« in Syrien verlegt, erklärte FSA-Chef Oberst Riad al-Asaad in einer Videobotschaft. Frankreich, Großbritannien und die USA haben die Kontrolle »befreiter Gebiete« als Voraussetzung für die weitere militärische Unterstützung der Freien Syrischen Armee genannt. Beobachter vermuten hinter der FSA-Erklärung die Absicht, gegenüber islamistischen Söldnergruppen Präsenz zu zeigen.

In Syriens Konfliktregionen ging das Blutvergießen indes weiter. Oppositionsaktivisten meldeten allein am Sonnabend mindestens 210 Tote, darunter 145 Zivilisten. Auch am Sonntag wurde im Großraum Damaskus und in Aleppo heftig gekämpft.

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