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Von Karin Leukefeld, Damaskus
29.10.2012

Waffenruhe war kein großer Wurf

Weiter Kämpfe in Syrien / Konfliktparteien beschuldigen sich gegenseitig des Bruchs der Vereinbarung

Gefechte vor den Toren von Damaskus waren am Wochenende deutlich im Zentrum zu hören. Noch vor 8 Uhr zerrissen die ersten Explosionen die morgendliche Stille am Sonnabend, dem zweiten Tag des Opferfestes. Bald darauf kreiste ein Kampfjet über der Stadt und warf wenig später seine tödliche Fracht östlich des Zentrums ab. Dem heftigen Knall folgte massives Luftabwehrfeuer, der Jet verschwand in der Ferne. Erneut kehrte der Jet zurück, um einen Angriff zu fliegen, der Ablauf der Kampfgeräusche wiederholte sich.

Nachdem der erste Feiertag in weiten Teilen des Landes und in Damaskus in angespannter Ruhe begonnen hatte, kamen schon am Mittag aus den nördlichen Provinzen Idlib und aus Aleppo Meldungen von Auseinandersetzungen zwischen den bewaffneten Aufständischen und der syrischen Armee. Beide Seiten beschuldigten sich gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Abdel Jabbar al-Okaidi, der sich Medien gegenüber als Führer des Militärrates (der »Freien Syrischen Armee«) von Aleppo ausgibt, erklärte telefonisch dem Onlineportal Middle East Online, Lakhdar Brahimi, der Sondervermittler der Vereinten Nationen und Arabischer Liga, sei gescheitert. »Diese Initiative war tot, bevor sie angefangen hat«, sagte Okaidi. Er sei selber an »verschiedenen Frontabschnitten« gewesen, wo die Armee ihre Angriffe nicht eingestellt habe. »Unser Auftrag ist, das Volk zu verteidigen, es sind nicht wir, die angreifen.«

Das Oberkommando listete derweil Einsatzorte auf, wo die Aufständischen Kontrollposten der Armee angegriffen und mehrere Autobomben gezündet haben sollen. Auch ein Versuch der Aufständischen, über die libanesische Grenze Kämpfer und Waffen nach Syrien zu schmuggeln, wurde zurückgeschlagen. Das Armeeoberkommando bekräftigte seine Verpflichtung, die »Verbrechen, die von Terroristen gegen das Land und seine Bürger begangen werden«, zu ahnden. In den östlichen Außenbezirken der syrischen Hauptstadt kam es den ganzen Sonntag über zu Kämpfen. Immer wieder kreisten Kampfjets über der Stadt, die besonders die Satellitenstädte Arbeen, Douma und Harasta unter Beschuss nahmen. Luftabwehrgeschütze waren ebenfalls zu hören.

In der Altstadt versuchten derweil Kinder und Jugendliche, die Kämpfe für ein paar Stunden zu vergessen. Traditionell gehören die Straßen während der Feiertage den Jungen und Mädchen. Allein dürfen sie Damaskus erkunden, während die Eltern die große Verwandtschaft begrüßen oder Freunde treffen. Besonderen Spaß macht es, das Labyrinth der Damaszener Altstadt zu durchstreifen. Zwischen der Zitadelle und dem Suk al-Hamidiye, Bab Sharki oder Bab Touma trifft man auf Scharen von Jungen und Mädchen, die Ausschau nach Andenken oder Süßigkeiten halten.

Auf dem Platz vor der Ummayyaden-Moschee drängelten sich die Kleineren in Begleitung der Eltern, um eine Schar Tauben zu beobachten. Für ein paar Geldstücke bekamen sie Körner, die sie in die Höhe warfen, um die Vogelschar zu einem Aufflug zu bewegen. Klatschte einer in die Hände, flogen Hunderte Tauben in einer dunklen Wolke zum Himmel empor. Sie umkreisten die Dächer der Moschee, den Baldachin über dem Suk, schließlich landeten sie wieder am Ausgangsort.

Fast wirkte alles friedlich und normal in der Altstadt. Doch das Grollen der Explosionen und das Dröhnen der Kampfjets machten klar, dass die Waffenruhe in Syrien nicht eingehalten wird.

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