Uwe Kerkow 26.03.2013 / Ausland

Blind gegenüber Verteilungsfragen

Die Diskussion über die Zeit nach Ablauf der Millenniums-Entwicklungsziele 2015 hat bereits begonnen

2015 werden die acht Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) auslaufen - ob sie erreicht worden sind oder nicht. Eine glaubwürdige Bilanz wird man zwar erst später ziehen können, doch die Auseinandersetzungen um die Frage, was nach den MDG kommen könnte, haben schon begonnen.

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Eine Frage, die sich auch in Bezug auf die 2000 verabschiedeten Millenniums-Entwicklungsziele (MDG) stellt. In einigen Bereichen hat es seit 2000 durchaus Fortschritte gegeben, insbesondere bei der Bekämpfung der extremen Armut. Andererseits hat die globale Wirtschafts- und Finanzkrise im Jahr 2008 viele Fortschritte wieder zunichte gemacht. Unabhängig von der Frage, ob und in welchem Umfang die Ziele bis 2015 erreicht werden, haben sie einige wichtige Mängel spürbar werden lassen: Vor allem sind es Ziele des Nordens für den Süden. Die Entwicklungsländer wurden nicht ausreichend in den Formulierungsprozess einbezogen, und für den Norden wurden keine messbaren Ziele vereinbart. Zudem kommen die Themen Frieden, Umwelt und Menschenrechte zu kurz, und es fehlt eine Differenzierung nach Ländern. Ein Punkt, der in den letzten Jahren besondere Bedeutung erlangt hat: Die MDG sind blind gegenüber Verteilungsfragen. Klar ist allerdings auch, dass die Millennium-Entwicklungsziele als eine Art kleinster gemeinsamer Nenner fungierten und ein Triumph der Öffentlichkeitsarbeit in Nord und Süd waren. Wie alle guten Werbeaktionen haben sie für Aufmerksamkeit gesorgt, Problembewusstsein geschaffen.

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