08.06.2013

Strahlende Flugroute

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Der Marsrover »Curiosity« soll vor allem Spuren von Wasser und (früherem) Leben auf dem roten Planeten aufspüren. Ein von Wissenschaftlern der Uni Kiel entwickeltes Messgerät an Bord allerdings lieferte bereits auf dem 253 Tage währenden Flug dorthin interessante Daten für künftige bemannte Marsmissionen. Und die sind nicht eben ermutigend.

Die Messeinrichtung war so eingebaut, dass sie der gleichen Dosis ausgesetzt war wie ein Astronaut in einem Raumschiff. Wissenschaftler der US-Raumfahrtagentur NASA, dem Southwest Research Institute in Boulder (Bundesstaat Colorado) und dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) errechneten aus den Messdaten die Strahlenbelastung eines Menschen während eines 360-tägigen Hin- und Rückfluges. Wie sie im Fachblatt »Science« schreiben, liege sie bei etwa 0,67 Sievert (Sv), also recht knapp unter der zugelassenen Gesamtbelastung von 0,8 Sv für die gesamte Astronautenlaufbahn. Die tägliche Belastung ist dabei mehr als doppelt so hoch wie auf der Internationalen Raumstation ISS.

Da die Astronauten auch landen und auf dem Planeten forschen sollen, könnte es knapp werden. Für den DLR-Physiker Günter Reitz ein Anlass, über bessere Abschirmungen für Raumschiffe nachzudenken. StS