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Von Oliver Händler
08.06.2013

Berlin rollt wieder

6. Velothon mit deutscher Sprintelite

Am Wochenende ist Berlin wieder fest im Griff der Radsportler. Dann radeln die Jedermänner beim 6. Velothon wieder durch die Stadt und ihr Umland. Das nd-Team ist mit 60 Fahrern und Fahrerinnen dabei. Das Rennen der Profis wird ein Kräftemessen der besten deutschen Sprinter.

»Etwa 14 000 Teilnehmer werden es in diesem Jahr, je nachdem, wie viele sich noch kurz vor dem Start einschreiben«, sagt Frank Bertling, Geschäftsführer vom Veranstalter des Velothons. Er zeigt sich zufrieden mit den »sehr stabilen« Zahlen. Die Pedaleure kommen offenbar immer wieder gern zurück zum Rennen der Hobbyfahrer mit angehängter Profitour - auch Martin Ruhtz. Seit 2010 fährt der mittlerweile 79-Jährige im nd-Team mit. 2013 ist er ältester Teilnehmer des gesamten 6. Velothons, was sogar schon dazu führt, dass Radiosender um ein Interview bitten. »Kein Problem!«, sagt Martin Ruhtz. »Kann ich ja ein bisschen Werbung für's ›nd‹ machen.«

Manch andere fahren sogar schon zum sechsten Mal im nd-Trikot 60 oder 120 Kilometer durch die Hauptstadt. Harald Fungk etwa, der sich mit acht Stunden langen Spinningkursen fit hält, wenn er nicht gerade deutscher Seniorenvizemeister im Judo wird. Oder Jürgen Gabelin, der sich am vergangenen Wochenende bei einem 250 Kilometer langen Rennen in Norwegen für den Velothon »einrollte«. Am Sonntag starten sie alle wieder in Berlin. Morgens, kurz vor acht Uhr, geht es los, die Profis dürfen bis 12.40 Uhr ausschlafen. Die Strecken sind dieselben: entlang der Havelchaussee im Berliner Grunewald, durch Brandenburger Landkreise südlich von Berlin, über das Tempelhofer Flugfeld, vorbei an der East Side Gallery bis zum Brandenburger Tor. Und wenn die Hobbysportler schon jubeln dürfen, müssen die Profis noch ein paar Extrarunden auf der Straße des 17. Juni für die über 200 000 Zuschauer am Streckenrand drehen.

Aufgrund des überwiegend flachen Profils wird es wohl auch dieses Jahr wieder ein Kräftemessen der Sprinter um den Sieg. So hat sich fast die komplette deutsche Sprintelite angekündigt: Für Vorjahressieger André Greipel war Berlin trotz aller parallel stattfindenden großen Rundfahrten die logische Wahl. »Die Dauphiné hat Berge, die Tour de Suisse hat Berge, in Berlin ist es flach«, sagt er. Hier bietet sich die beste Gelegenheit, den Sprintzug seines Teams Lotto Belisol für die Tour de France einzufahren. Die Edelhelfer Adam Hansen, Greg Henderson und Marcel Sieberg hat der Rostocker gleich mitgebracht. Ein Sieg beim Velothon könnte Auftrieb für die Tour im Juli bringen, wo auf der flachen Auftaktetappe sogar das Gelbe Trikot für Greipel drin ist.

»Aber auch Premierensieger Marcel Kittel ist wieder stark«, freut sich Erik Zabel, Sportdirektor des Velothons. Mit Gerald Ciolek konnte er sogar erstmals den aktuellen Sieger des Frühjahrsklassikers Mailand - San Remo verpflichten. Dessen südafrikanisches Team MTN Qhubeka hat keine Einladung zur Frankreichrundfahrt bekommen. »Für uns ist der Velothon extrem wichtig, weil wir im Juli leider Urlaub machen müssen«, sagt der Kölner Ciolek. Andere große Namen fahren lieber bei den Jedermännern mit: Marcel Wüst, Robert Bengsch und Erik Zabel selbst wollen als knallrot gekleidete Guides die Ehrgeizigen im Peloton beruhigen und Stürze verhindern. »Das Safer Cycling Programm hat sich gut bewährt«, sagt Zabel. »Deshalb weiten wir es von 50 auf 70 Guides aus.«

Martin Ruhtz mag nicht (mehr) zur deutschen Sprintelite gehören, so einen Guide hat er aber auch nicht mehr nötig. Für die allermeisten im nd-Team geht es darum, dabei zu sein - und vielleicht die eigene Zeit aus dem Vorjahr zu knacken. Viel Glück dabei!

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