»Gerecht wären über zwölf Euro«

Tarifexperte Thorsten Schulten über Argumente für einen gesetzlichen Mindestlohn

Thorsten Schulten ist Referent für Arbeits- und Tarifpolitik in Europa beim Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Hans-Böckler-Stiftung. Der 47-jährige Sozialwissenschaftler forscht zu international vergleichender Tarifpolitik, Arbeit und industriellen Beziehungen. Über Auswirkungen eines flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohnes in Deutschland sprach mit ihm nd-Redakteur Jörg Meyer.

nd: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwoch beim Gewerkschaftstag der IG BCE zum Thema gesetzlicher Mindestlohn gesagt, man dürfe sich jetzt nicht auf eine Regelung einigen, die wieder zu mehr Arbeitslosigkeit führt. Würde ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland Jobs vernichten?
Schulten: Es gibt bereits jetzt 13 Branchenmindestlöhne in Deutschland, die zumindest im Westen mehrheitlich deutlich über den von DGB und Gewerkschaften geforderten 8,50 Euro liegen. Das Bundesarbeitsministerium hat vor einiger Zeit bei sehr unterschiedlichen Instituten Studien darüber in Auftrag gegeben, ob von diesen Mindestlöhnen negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt ausgehen. Keine der Studien hat auch nur im Ansatz ein Problem aufgezeigt. Ganz im Gegenteil: Die sind alle zu dem Ergebnis gekommen, dass die branchenspezifischen Mindestlöhne nicht zu Jobverlusten führen. Das ist die Realität, die wir in Deutschland haben.

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