Fabian Lambeck 11.05.2015 / Inland

Demminer stellen sich Neonazis in den Weg

Zahlreiche Blockaden behinderten den Fackelmarsch der NPD durch das vorpommersche Demmin

Mit Blockaden, Kundgebungen, einem Friedensfest und Gebeten haben linke Gruppen, Parteien, Initiativen und Kirchen am 8. Mai in Demmin gegen einen Aufmarsch der NPD protestiert.

Es war ein makaberes Schauspiel, das da am Freitagabend in Demmin geboten wurde. Ein Trupp rechtsradikaler Fackelträger zog schweigend und von Trauermusik begleitet durch die Innenstadt. An der Spitze des Zuges mit rund 250 Teilnehmern lief eine Gruppe von Laienschauspielern, verkleidet als deutsche Kriegsopfer. Mit abgewetzten Koffern und Second-Hand-Klamotten wirkten die Mimen aber unfreiwillig komisch. Ein junger Mann mit Zickenbart offenbarte dabei ein ganz eigenes Geschichtsverständnis: Er hatte sich in eine alte NVA-Plane gehüllt und trug dazu einen kunstblutverschmierten Kopfverband. Neben ihm ratterte ein Bollerwagen über das Pflaster. Auf der Ladefläche ein grüner Kranz, den man später im Flüsschen Peene versenken wollte. In eben jene Peene waren gegen Kriegsende viele Verzweifelte gesprungen, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Die Hysterie beflügelt hatte der Einzug der Roten Armee. Die Soldaten kamen nicht weiter, weil die abziehende Wehrmacht die Brücken über den Fluss gesprengt hatte. So entlud sich die Wut auf die Deutschen an den Einwohnern der Peenestadt. Der sogenannte Massenselbstmord von Demmin in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 dient der NPD seit Jahren als willkommener Anlass, den Krieg und somit auch die Schuldfrage umzudeuten.

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